"Christliches" Abendland kennt keinen Hass

Das Besinnen auf christliche Werte erscheint einem Leser als geeignetes Rezept gegen Fremdenfeindlichkeit

Es ist schon erstaunlich, dass ausgerechnet in den neuen Ländern die Pegida-Bewegung so starken Zulauf hat, leben dort rein statistisch gesehen die wenigsten Christen der Bundesrepublik. Im Grunde geht es den Anhängern weniger um die Angst vor einer "Islamisierung des Abendlandes". Eher kommen hier diffuse Ängste vor dem eigenen sozialen Abstieg aufgrund der Zuwanderung von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten zum Ausdruck.

Die Angst vor dem islamistischen Terror wird in diesem Zusammenhang auch dazu instrumentalisiert, um eine ganze Religion und ihre Anhänger zu verunglimpfen. Auch werden gedankenlos völlig friedliche, ihren Glauben praktizierende Moslems in einen Topf mit den fundamentalistisch-extremistischen Terrororganisationen geworfen, denen es im Grunde nicht um ihre Religion, sondern nur um Terror geht.

Angesichts des ständig weiter sinkenden "religiösen Grundwasserspiegels" in unserer Gesellschaft ist es nicht verwunderlich, wenn plötzlich die Ängste vor einer angeblichen Überfremdung aufkommen und geschürt werden. Doch "schuld" an dieser Entwicklung ist nicht eine steigende Zahl einwandernder Moslems. Hauptverantwortlich für den anscheinend wachsenden Einfluss des Islam ist die beängstigend fortschreitende Verweltlichung mit den damit einhergehenden schwindenden christlichen Einstellungen und Werten unserer "aufgeklärten" westlichen Gesellschaft. Die Schwäche der westlichen christlichen Kultur ist die Stärke der fremden Kulturen.

Statt Demonstrationen mit fremdenfeindlichen Parolen und einer pauschalen Diskriminierung von Moslems wäre eine Gegenbewegung in Form einer Re-Christianisierung des Abendlandes notwendig. Hier geht es keinesfalls um neue Kreuzzüge oder Glaubenskriege gegen Nicht-bzw. Andersgläubige, sondern um eine "geistig-moralische Wende" in Teilen unserer eigenen Bevölkerung.

Dazu gehört, in unserer Gesellschaft wieder eine christlicher geprägte Wertegemeinschaft aufzubauen. Denn wer nach den beiden christlichen Hauptgeboten der Gottes- und Nächstenliebe lebt, wird einen um Asyl nachsuchenden Kriegsflüchtling nicht vor die Türe setzen, auch wenn dieser unseren gemeinsamen Gott nicht "Gott", sondern "Allah" nennt. Waren nicht Jesus mit Maria und Josef selbst Asylanten, als sie nach Ägypten fliehen mussten?

Wie hieß es doch so treffend im Johannes-Evangelium des vorletzten Sonntags: "Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf". Wie wahr, auch heute noch.

Max Mathes92526 Oberviechtach
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