Creative Valley
Kreativwirtschaft

Regensburg. (jrh) Die schwarze Opposition mäkelt am Konzept für Kreativwirtschaft herum. Man solle nicht Zeit und Geld in eine Nischenidee investieren, findet die CSU-Fraktion. OB Joachim Wolbergs, selbst jahrelang Kulturmanager, und Bürgermeister Jürgen Huber, im früheren Leben Künstler, sehen das naturgemäß anders. "Im Kulturbereich hatten wir 2012 Umsatzerlöse von 427 Millionen Euro und rund 4000 sozialversicherungspflichtige Jobs", assistiert Stefanie Schöntag, federführend bei diesem Thema im Amt für Wirtschaftsförderung. "Das ist für Regensburg eine Hausnummer, die man nicht vernachlässigen sollte", sagt Huber.

In Zeiten gesättigter Märkte, wollten die Koalitionäre das Andere wagen - das "Andere", eine Metapher für die Kunst. "Regensburg war immer ambitioniert", schmunzelt Huber, "auch wenn die Stadt ein kleiner Wurm ist, glaubten die Bürger immer, man sei eine richtige Großstadt". Man könne sich nicht mit Berlin, Hamburg oder München messen, aber mit Aachen und Münster durchaus in einer Liga spielen.

Die Kreativwirtschaft, ein weites Feld: "Die gesamte Kulturproduktion von Musik bis Software-Games." Und ohne Vollständigkeit zu beanspruchen zählt Huber auf: "Autoren, Buchdrucker, Bühnenmaler, Designer, Informatiker, Filmer, Journalisten, Kunsthandwerker, Maskenbildner, Mediengestalter, Modemacher, Veranstaltungsagenturen, Webdesigner - aber auch BMW, Conti oder Siemens brauchen die Kreativen und schaffen immer mehr Freiräume für Phantasie."

Apropos Raum: Das Amt für Wirtschaftsförderung plant konkret ein "Creative Valley" in Uni-Nähe: "Wir haben leider wenige Gebäude mit dem Flair des alten AEG-Areals in Nürnberg", bedauert Huber. "Deshalb prüfen wir derzeit militärische Konversionsflächen, wo es auch schöne Backsteingebäude gibt."
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