Damit im Trauerfall nichts überstürzt werden muss: Bestatter vorsorgend vergleichen
Alle Möglichkeiten prüfen

Der Tod kommt oft plötzlich. Und so gut wie alles, das mit ihm zu tun hat, ist mit Tabus belegt. Alles soll ganz schnell gehen - und tatsächlich muss das Begräbnis zügig organisiert werden. Dabei ist allein die Trauer für viele schon zu viel.

Sie wenden sich dann meist an einen Bestatter, ohne sich vorher gründlich zu informieren. Doch das ist ein Fehler. Dagegen hilft nur, früh das Tabu zu durchbrechen - und am besten schon Jahre vorher nach einem verlässlichen Dienstleister zu suchen.

Falk Murko von der Stiftung Warentest rät für die emotional schwierige Situation: "Man darf sich nicht scheuen, Dienstleistungen zu vergleichen - und zwar nicht erst im Todesfall, sondern vorsorgend." Denn nur gut informierte Angehörige bekommen seiner Einschätzung nach ein umfassendes Bild davon, was möglich ist. Viele Bestatter würden zunächst ihr Standardangebot unterbreiten, so das Ergebnis einer Untersuchung. Und die Preisunterschiede seien bei den verschiedenen Instituten durchaus deutlich:

So kostet die billigste Feuerbestattung - regional unterschiedlich - zwischen 549 und 1700 Euro. Allein der Sarg für eine Feuerbestattung kostet nach Angaben der Warentester zwischen 300 und 800 Euro. Und für den Sarg einer Erdbestattung fanden sie Preise zwischen 400 und 3500 Euro.

Ausführliche Beratung

Eine ausführliche Beratung empfiehlt deshalb auch Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas. Wer sich selbst dazu allein nicht in der Lage fühlt, könne auch gemeinsam mit einem Bekannten zu verschiedenen Bestattern gehen.

"Am besten ist es, sich im Verwandten- und Bekanntenkreis umzuhören, ob jemand gute Erfahrungen mit einem bestimmten Bestatter gemacht hat." Hinterbliebene sollten dann darauf achten, wie sehr der Bestatter auch auf den Verstorbenen eingeht, rät Helbach. "Wichtig ist, dass man sich wohl fühlt." Unter dem Strich ist das auch das Haupt-Auswahlkriterium für Murko - das Vertrauen: "Es muss vom Menschlichen her stimmen." Wenn der Bestatter dem Kunden nicht sympathisch ist, dann sei er nicht der Richtige. "Das ist ja immerhin eine sehr emotionale Angelegenheit."

Eine Hilfe können auch die verschiedenen Qualitätssiegel der Branche sein. "Man sollte einen Markenzeichen-Betrieb wählen", rät Ralf Lichtner vom Bundesverband Deutscher Bestatter. Diese erfüllten die europaweit vereinbarte DIN-Norm für Bestattungen.

Welche Siegel gibt es?

Solche Qualitätssiegel verleihen der Bundesverband Deutscher Bestatter, der Verband unabhängiger Bestatter, der Bundesverband Holz und Kunststoff, das Deutsche Institut für Bestattungskultur und die Verbraucherorganisation Aeternitas.

Helbach sagt: Ein guter Bestatter spreche offen über die Preise. "Und er sollte einen Kostenvoranschlag mitgeben, den man auch versteht."

Ist das Angebot immer noch zu hoch, können Angehörige von Verstorbenen sparen, indem sie die Trauerkleidung für den Toten selbst mitbringen. Sie können den Blumenschmuck für die Trauerfeier selbst organisieren oder Behördengänge selbst erledigen, zählt Helbach auf: "Solche Dinge geben Bestatter sonst woanders in Auftrag." (tmn)
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