Danke für diese tolle Party
Briefe an die Redaktion

Nur selten schlägt ein Festival so hohe Wellen wie das vorvergangenen Samstag im Schätzlerbad. Viele beschwerten sich über Lärm, machten ihrem Ärger auch in Leserbriefen Luft. Es gibt aber auch die gegenteilige Meinung:

Als langjähriger Jugendarbeiter würde es mich förmlich zerreißen, wenn ich mich zu den angeblichen Lärmbelästigungen bei der Schätzlerbad-Party nicht äußern würde. Deshalb meine persönliche Meinung: Danke, liebe Ilona Rath-Lux, Reinhard Meier und Vorstandschaft des SV Weiden für diese tolle, supergeile Party.

Lasst Euch nicht durch Äußerungen einzelner Stänkerer, Miesmacher und Spielverderber graue Haare wachsen, es war eine tolle Fete. Einige komische Typen, mit denen schon keiner im Sandkasten spielen wollte, wird es immer geben und hat es schon immer gegeben. Es war höchste Zeit, dass jemand für die Jugend eine Lanze bricht und in unserer schönen Hochschulstadt mal Party macht. Ohne Lärmbegrenzung, ohne Spaßbremsen, ohne Langweiler, ohne Miesmacher. Denn hier leben auch junge und jung gebliebene Menschen, die Rechte und Bedürfnisse haben, denen eine Stadt gerecht werden muss.

Die Spezialisten der Stadt haben sachverständig entschieden, was zu respektieren ist, sachlich korrekt, Respekt! Unsere Stadt ist doch jugendlich, dynamisch und weniger langweilig als es manche gerne hätten.

Meine größte Angst besteht jetzt darin, dass sich die Politik von diesen Leuten erpressen oder unter Druck setzen lässt, um den Keim "Party im Schätzlerbad" gleich wieder zu ersticken. Mein Appell an unsere Stadträte: "Steht bitte zur Jugend und Party. Komischen Grantlern kann man ruhig mal eine unruhige Nacht zumuten, seid mutig. Man darf sich nicht immer von Randgruppen erpressen oder unter Druck setzen lassen."

Es reicht schon aus, dass man im Bierzelt bei Volks- und Frühlingsfest wegen Partyterroristen keine Musik mehr hört und in der WTW-Sauna beim Aufguss keine Witze mehr erzählen darf. Um Party zu machen, sind unsere Jugendlichen gezwungen, nachts Hunderte von Kilometern zurückzulegen, wobei jeder Kilometer eine Gefahr für Leib und Leben bedeutet. Das lässt mich nicht schlafen, bis ich im Morgengrauen den Haustürschlüssel meiner heimkehrenden Kinder im Schloss höre.

Der Weidener Langeweile entkommt die Jugend durch Partytourismus, meine Kinder verschlägt es dabei bis nach München, Straubing, Regensburg, Floß, sogar Amberg und dieser Tage zum Gillamoos. Es gehört zur Jugend, mal wieder auf den Bierbänken stehend, singend und schunkelnd laute Party-Mucke zu genießen. Mein Dank gilt den Organisatoren der Party im Schätzlerbad. Meine Kinder waren heuer eine Nacht weniger auf der Autobahn unterwegs, sondern zu Hause in Weiden, wo sie eigentlich hingehören.

In weiser Voraussicht unserer Weidener Stänkererkultur habe ich in besagter Nacht rund um das Schätzlerbad Lärmmessungen vorgenommen. An allen Messstellen konnte man die Musik physisch wahrnehmen. Ein Zeigerausschlag von der Musik war nicht festzustellen, lediglich bei vorbeifahrenden Autos reagierte das Messgerät.

Roland Steger Weiden

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