Das Astronomie-Jahr 2016
Merkur vor der Sonne

Das astronomische Jahr 2016 hat bereits am 31. Dezember um 22.49 Uhr begonnen, als die Sonne 280 Grad in ihrer Bahn vom Frühlingspunkt entfernt war. Nach einer chronologischen Tradition gilt der Planet Mars als Jahresregent. Einer historischen - aber falschen - Vorstellung nach sollen die sieben klassischen Planeten (Sonne, Venus, Merkur, Mond, Saturn, Jupiter und Mars) das Wettergeschehen jeweils in dem Jahr bestimmen, in dem sie als Jahresregent eingesetzt sind.

Herausragendes astronomisches Ereignis ist 2016 das seltene Schauspiel eines Merkurtransits. Am 9. Mai zieht der sonnennächste Planet als dunkler Punkt vor der grellen Sonnenscheibe vorbei. In Mitteleuropa ist der gesamte Verlauf des Merkurdurchgangs zu sehen. Wer dieses faszinierende Himmelsereignis wegen bewölktem Himmel verpasst, erhält eine zweite Chance am 11. November 2019. Dann wird Merkur wieder von der Erde aus gesehen vor die Sonne treten. Das Ereignis ist mit bloßen Augen nicht zu sehen. Nur in Teleskopen mit entsprechenden Schutzvorrichtungen für eine gefahrlose Sonnenbeobachtung ist der Merkurdurchgang zu verfolgen.

Abgesehen von den wenigen Stunden des Transits zeigt sich der schwierig zu beobachtende Merkur in den ersten Januartagen sowie Mitte April am Abendhimmel. Am Morgenhimmel hat man von Ende Januar bis Anfang Februar sowie Ende September bis Anfang Oktober eine Chance, den flinken Planet zu sehen. Im Jahr 2016 finden eine totale und eine ringförmige Sonnenfinsternis sowie drei Halbschattenfinsternisse des Mondes statt. Vier dieser Ereignisse bleiben leider von Mitteleuropa aus unsichtbar. Lediglich die Halbschattenfinsternis vom 16. September lässt sich in unseren Gegenden prinzipiell beobachten. Sie ist allerdings ziemlich unauffällig.

Die totale Sonnenfinsternis findet in der Nacht vom 8. auf 9. März statt. Sie bleibt von ganz Europa aus auch in ihren partiellen Phasen unbeobachtbar. Für alle, die noch an Fernreise-Plänen für das neue Jahr tüfteln: Die Finsternis ist sichtbar in Ostasien, östlichen Teilen Indiens, Japan, Indonesien, weiten Gebieten Australiens, Indischer Ozean, Nördlicher Pazifik und Alaska. Die Totalitätszone zieht sich vom Indischen Ozean über Sumatra, Borneo, einigen Südseeinseln in den Pazifischen Ozean hinein. Am 1. September findet eine ringförmige Sonnenfinsternis statt. Sie ist sichtbar in Afrika mit Ausnahme der Küstenbereiche am Mittelmeer, im südöstlichen Atlantik und im Indischen Ozean. (dpa)
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