Das Wow-Auto 4.0

"Wow!" hätte man 1990 ausgerufen, wenn dieser Ausdruck begeisternden Erstaunens damals schon Eingang in die deutsche Umgangssprache gefunden gehabt hätte. Der Mazda MX-5 kam nach Europa und räumte so was von auf im Einheitsbrei der Blechkutschen, dass es eine wahre Freude war - vor allem für Mazda. Aber nicht nur.

Die deutsche Autoindustrie hatte den Trend völlig verschlafen und zog nach. Heute lässt sich sagen, dass es ohne den MX-5 Roadster wie den BMW Z3, den Mercedes SLK oder auch den Porsche Boxster nie gegeben hätte. Jetzt ist das "Wow!" zurück: Mazda stellt die vierte Generation des MX-5 vor. Und die ist so gut geworden, dass man sie sich nach der Präsentation im an Kurven reichen Hinterland von Barcelona am liebsten gleich einpacken lassen möchte. Ein puristischer Zweisitzer mit Heckantrieb und manuellem Verdeck steht da, der weniger als 1000 Kilogramm wiegt, den Fahrer umschließt wie eine zweite Haut und mehr Spaß macht als vieles, was für weit mehr Geld angeboten wird. 22 990 Euro ruft Mazda für den MX-5 auf. Damit ist er inflationsbereinigt sogar um 4000 Euro günstiger als Numero Eins, die vor 25 Jahren 35 500 Mark gekostet hatte. Die 131 PS des Basismotors, gekoppelt an ein knackiges Sechsgang-Getriebe und verbunden mit der Hinterachse, genügen vollauf, um jedem Fahrer ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Der neue MX-5 bringt den Spaß am Autofahren zurück. Und zwar für Mann und Frau. Platz für zwei Handgepäckstücke hat er auch.

Ab September im Handel

Doch Spaß ist kein Argument, das den ehelichen Finanzverwalter überzeugen kann, wenn es am 11./12. September gemeinsam zur Händlerpräsentation geht. Deshalb ein paar "Argumente": 1.) Wer MX-5 fährt wird gesehen und achtet deshalb mehr auf "Bella Figura" als einer, der sich in einem fahrenden Schrank verstecken kann. Das hält jung. 2.) Gute Laune auf der Fahrt von und zur Arbeit ist ein Anti-Depressivum. Das hält gesund. 3.) Der MX-5 verbraucht nur sechs Liter Sprit. Das schont den Geldbeutel. Und 4.) Mit dem findet man immer einen Parkplatz, weil er nur 3,90 Meter lang ist. Das schont die Nerven. Wenn das nichts hilft: Anschauen, reinsetzen, Dach aufklappen, Motor starten. "Und schon is' se hin", um es mal mit Heinz Rühmann zu sagen. Ganz im Ernst: Der MX-5 ist dank viel Aluminium leichter, kürzer, tiefer (aber nicht enger) als der Vorgänger und fährt deshalb noch zackiger ums Eck. Das Verdeck ist in einer Sekunde nach hinten geworfen, weil der Oberarmmuskel die heute verbreiteten Elektromotoren ersetzt. Beide Antriebe klingen fantastisch. Erfreulich, dass bereits die Basis mit Klimaanlage, Soundsystem und LED-Licht ausgestattet ist. Diese Prime-Line genügt im Prinzip. Wer 1000 Euro mehr ausgibt, erhält Center-Line, die u.a. Tempomat, ein besser geräuschgedämmtes Verdeck und Freisprecheinrichtung mitbringt.

Farben kosten extra

Darüber rangieren noch Exclusive-Line und Sports-Line. Nur mit größter Mühe, bei Bestellung des 160-PS-Roadsters in der teuersten Ausstattung und mit einigen weiteren Optionen, gelingt es, den Preis über 30 000 Euro zu heben. Leider gibt es ohne Aufpreis nur die Farbe Purweiß. Metallic kostet 490 Euro und das sehr schöne Rubinrot-Metallic 750 Euro.

Weil Mazda weiß, dass der Herbst ein ungünstiger Zeitpunkt für einen Roadster-Start ist, bieten sie eine Finanzierung an, bei der die erste Rate erst nach sechs Monaten fällig wird. Ganz schön - naja - schlow!
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