Den Flur repräsentativ einrichten - Visuelle Inseln durch Licht in Reihung
Aushängeschild der Wohnung

(dpa/tmn) Der Flur sagt viel aus über die Bewohner einer Wohnung. Er ist der öffentlichste Raum und gewährt auch fremden Menschen einen kleinen Einblick in die Privatsphäre, wenn sie an der Haustür klingeln. Umso mehr sollte man sich Gedanken darüber machen, wie der Flur genutzt und gestaltet werden soll. Zumal Flure auch recht häufig problematisch geschnitten sind. Nicht selten sind sie klein und dunkel, oft auch schmale und lange Schläuche. Daraus etwas zu machen, das praktisch und schön ist, ist keine leichte Aufgabe.

Viele Flure wirken überladen. Garderobe, Spiegel, Schuhschrank, Regale und vielleicht noch eine Sitzbank werden an Stellen hineingequetscht, die dafür eigentlich zu klein oder einfach nicht geeignet sind. Besonders hinderlich ist es, wenn die Garderobe direkt hinter der Wohnungstür angebracht wird und so den Zugang zur Wohnung erschwert. "Das geht gar nicht", sagt Ines Wrusch, Innenarchitektin aus Hamburg. "Die Wohnungstür muss sich vollständig öffnen lassen. So betritt man ungehindert sein Zuhause. Und Gästen signalisiert man, dass sie wirklich willkommen sind."

Die Innenarchitektin rät, sich zur Not von gewohnten Denkmustern zu trennen. "Der Flur ist kein Aufbewahrungsraum. Wenn er nur 1,10 Meter breit, aber 5 Meter lang ist, sollte man keine Möbel aufstellen. Dann ist er eben nur ein Verkehrsweg und muss einzig allein als solcher genutzt werden." Für die Garderobe sollte dann ein anderer Platz in der Wohnung gefunden werden.

Wenn der Flur normale Ausmaße hat, können praktische Möbel ihn zu einem wahren Raumwunder machen. "Der Flur ist einfach zu schade, um darin nur die Gummistiefel abzustellen und die Garderobe aufzuhängen", findet Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Er wird als zusätzlicher Raum entdeckt und genutzt. Indirektes Licht, schöne kleine Möbel und kräftige Farben vermitteln eine wohnliche Atmosphäre. Die Möbelindustrie stellt sich darauf ein und geht nicht nur mit praktischen Regalen, sondern auch mit originellen Ideen auf den Markt. Geismann_ "Neu sind schmale Sekretäre, die sich auch an der Wand befestigen lassen."

"Unverzichtbar ist ein Spiegel - groß genug, damit man sich vollständig darin erkennen kann", erläutert Ines Wrusch. "Er darf sich aber keinesfalls gegenüber der Eingangstür befinden, sonst erschrecken die Bewohner jedes Mal vor ihrem eigenen Spiegelbild, wenn sie eintreten."

Die persönliche Note bekommt der Flur erst durch Kleinigkeiten wie Bilder, Blumen, Lampen oder Dekostücke. Die Innenarchitektin rät zur Sorgfalt bei der Auswahl. Weniger ist oft mehr. "Jeder muss für sich entscheiden, wie viel er von sich preisgeben will. Am besten ist es, nur das in den Flur zu stellen, was man auch bei Facebook seinen Freunden zeigen würde." Große Effekte lassen sich mit Licht erreichen. Ideal ist blendarmes, weiches und schattenfreies Licht wie von LED-Leuchten mit 2700 bis 3000 Kelvin.

Vor allem die Garderobe muss so beleuchtet sein, dass besonders die Farben der Kleidung gut zu erkennen sind. "Beim Leuchtenkauf sollten Kunden auf eine Farbwiedergabestufe von 80 bis 100 Ra achten", erklärt Monika Schäfer-Feil von Licht.de, der Fördergemeinschaft Gutes Licht. Kleine Flure bekommen mehr Weite, wenn an der Decke schwenkbare Downlights angebracht werden, die die Wände anstrahlen. Lange Flure erscheinen kürzer, wenn quer zur Laufrichtung Lichtstrahler installiert werden, die die Garderobe oder andere Objekte betonen.
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