Der 77-Jährige fährt noch seinen letzten gut erhaltenden VW
Reinhard Fröber besitzt seit 61 Jahren den letzten Käfer

Käfer
 
Auf seinen Wagen lässt Reinhard Fröber nichts kommen. Er hat das 61 Jahre alte Auto nochmals instand setzen lassen und für zwei Jahre die TÜV-Plakette erhalten.

Er hat etwas von einem lästigen Insekt: Auch der Käfer von Reinhard Fröber ist nicht totzukriegen. 61 Jahre hat der Wagen inzwischen auf dem Buckel. Aber nicht nur das macht den VW zu einer Rarität.

Guttenthau. (bkr) Er fährt und fährt und fährt, der VW von Reinhard Fröber. Baujahr 1954 ist der blaue Käfer mit winzig kleinen Scheibenwischern. 1955 hat ihn Fröber als 18-Jähriger gekauft, und seitdem nicht mehr hergegeben, auch wenn die Zeit nicht spurlos an dem Oldtimer vorbeigegangen ist.

Früher nur für Kartoffel gebrauchbar

"Mein VW war überhaupt nicht anfällig", schwärmt der 77-Jährige. Ihm diente der Volkswagen in früheren Zeiten dazu, mit seiner Mutter Kartoffeln auszufahren. Voll beladen, transportierte er sie zentnerweise. Zu den Kunden gehörte auch die Friedenfelser Schlossschänke.

Jahrelang in der Garage

Am Auto sei noch alles Original. Einige Jahre stand es in der Garage. Fröber entschloss sich, das Fahrzeug nochmals auf Herz und Nieren überprüfen und verkehrstüchtig machen zu lassen. Technisch ist er nun wieder topp. Nicht verbergen lässt sich aber zumindest optisch der Zahn der Zeit. Wie viele Kilometer der Käfer hinter sich hat, kann auch der Eigentümer nur schätzen. Der Tacho reicht bis 100 000 Kilometer und beginnt dann wieder von vorne zu zählen. Er könne sich schon mehrmals "überschlagen" haben.

Fans des Altlandkreises Kemnath, die inzwischen statt ein TIR- ein KEM-Kennzeichen an ihr Gefährt geschraubt haben, müssen neidisch werden. Denn Fröbers Käfer ziert noch der Originalzulassungsstempel mit dem Schriftzug "Bayern Landratsamt Kemnath". Er ist damit das einzige Fahrzeug mit schwarzem Nummernschild dieser Art im Landkreis Bayreuth, wie die Leiterin der Kraftfahrzeugzulassungsstelle in Bayreuth, Kathrin Hein, versichert.

Bei der Gebietsreform 1972 wurde Guttenthau Bayreuth zugeschlagen. 104 alte KEM-Schilder gibt es deshalb noch bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Anhängern und Traktoren. Die Bitte, sein Fahrzeug umzumelden und mit Bayreuther Kennzeichen zu fahren, schlug Reinhard Fröber immer aus. Im Gegenteil, sein Käfer besitzt seit Juni eine neue TÜV-Plakette. Nach einigen Schweißarbeiten darf er zwei weitere Jahre damit fahren, mit dem KEM-Kennzeichen selbstverständlich.

3000 neue KEM-Schilder

640 KEM-Kennzeichen, die noch aus der Zeit vor der Gebietsreform stammen, sind noch in der Zulassungsstelle des Landratsamts Tirschenreuth registriert. Doch auch hier betrifft dies laut Leiter Klaus Kastl ausschließlich den bäuerlichen Bereich: Das heißt: Kennzeichen in grüner Farbe. Die EDV verrät nur, dass nach der Ausgabe neuer KEM-Kennzeichen im Jahr 2013 jetzt fast 3000 Fahrzeuge der Nostalgie frönen und unter KEM fahren, aber mit dem Zulassungsstempel vom Landratsamt Tirschenreuth. Ob darunter noch so ein Oldtimer wie der von Fröber ist, kann Kastl aus den Daten der Zulassungsstelle nicht herausfiltern.

Ungeachtet dessen, beim Oberpfälzer Oldtimertreffen am 29. August in Kemnath wäre er eine vielbestaunte Rarität.
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