Der böhmische Bruder

Das sorgt für Zwist: Der neue Skoda Fabia macht nicht nur dem Opel Corsa mächtig Konkurrenz, er sägt auch gewaltig am Polo-Thron. Dennoch ist die tschechische Verwandtschaft im VW-Konzern lieb Kind.

Die dritte Generation des böhmischen Bestsellers geht ab 15. November zu Preisen ab 11 790 Euro an den Start. Mit besten Vorzeichen. Musste der kleine Skoda bislang auf der Ebene der praktischen Vernunft fahren, darf er jetzt seine gefühlvolle Seite zeigen. Und rückt VW und Audi auf die Pelle.

Schön anzuschauen

Scharfe Linien hier, gestraffte Proportionen dort, machen aus dem einstigen Biedermann zwar noch keinen Brandstifter, aber einen ausgesprochen gefälligen Vertreter im Kleinwagensegment. Und der hat durchaus das Zeug zum Klassenprimus. Junge Leute sollen im neuen Fabia ebenso eine mobile Heimstatt finden wie die "Best Ager", also Menschen im besten Alter. Neun Zentimeter breiter als der Vorgänger, dafür über drei Zentimeter flacher - allein diese Zahlen sprechen schon für ein dynamisches und vor allem attraktives Erscheinungsbild. Schicker und jugendlicher wirkt alles, was Chefdesigner Jozef Kaban da dem kleinen Tschechen an athletischen Tugenden mit auf den Weg gegeben hat. Und auch wenn die Außenhaut sich nach wie vor nicht über die Viermetergrenze streckt, der Innenraum ist geräumiger als je zuvor. Das Gepäckabteil fasst jetzt 330 Liter. Und wer die Rücksitzlehnen flach legt, steigert das Volumen fast auf das Vierfache. Der modulare Querbaukasten macht es möglich: Selbstredend bedient sich auch Skoda aus dem Konzernregal, kann dafür aber das "Simply clever"-Image aufpolieren. 17 pfiffige Lösungen für die automobile Alltagsproblematik kennt der kleine Tscheche.

Clevere Lösungen

Das reicht vom kleinen Korb im Kofferraum für das verrutschfreie Verstauen von Krims und Krams bis hin zum griffbereiten Eiskratzer im Tankdeckel. Erstmals gibt es das vom Polo schon bekannte Multimediasystem "Mirror-Link", mit dem sich unter anderem via Smartphone auch die Navigation steuern lässt, allerdings bedarf es da wohl noch einer gewissen Feinabstimmung, weil sich Navi und Radio in die Quere kommen.

Mit "Smart-Gate" lassen sich fahrzeugspezifische Daten herunterladen und - für was auch immer das gut sein soll - beispielsweise auf dem heimischen PC speichern und analysieren.Zum Marktstart bietet Skoda vier Benziner- und drei Dieselmotoren mit einer Leistung zwischen 60 und 105 PS. Alle erfüllen die Euro-6-Norm und verbrauchen bis zu 17 Prozent weniger als ihre Vorgänger. Spitzenreiter dürfte der auf Sparsamkeit getrimmte Dreizylinder-Diesel werden, der nächstes Jahr als Greenline-Version auf dem Markt kommt und mit einem Schnitt von 3,1 Litern (analog 82 g/km CO2) glänzen soll. Die Kraft kommt über Fünf- und Sechsgang-Handschalter oder ein siebenstufiges Doppelkuppungsgetriebe auf die Straße. Serienmäßig gibt es beim neuen Fabia unter anderem Distanzregelung mit Notbremsfunktion und Reifendruckkontrolle sowie ein ESC mit Multikollisionsbremse.

Regensensor, Tempomat, Bergfanfahrhilfe, Müdigkeitswarner, Einparksensoren, das automatische Schließ- und Startsystem "Kessy" oder das große Panorama-Glasdach stehen auf der Optionsliste.
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