Der Friedhof-Franz freut sich

"Späte Genugtuung" erlebte ein ehemaliger Stadtrat beim Lesen des SRZ-Artikels "Waldfriedhof soll schrumpfen".

Über viele Jahre hinweg war das Thema Friedhöfe neben anderen Schwerpunkten meiner Tätigkeit als Stadtrat - immerhin 42 Jahre - ein besonderes Steckenpferd. Um was geht es? Auf Grund sich enorm verändernder Strukturen und des Zwangs, Geld zu sparen für Bürger und die Stadt, habe ich jahrelang Veränderungen in unseren Friedhöfen beantragt.

In einer Sondersitzung des Stadtrates (Antrag vom Februar 2014) sollte den neuen Gegebenheiten Rechnung getragen werden. Jetzt wurde diesen neuen Gegebenheiten Rechnung getragen. Toll!

Jahrelang habe ich im Interesse der Sicherheit unserer Bürger - vor allem der Älteren und Kinder - um einen beleuchteten Fußweg vom Annaberg zum Waldfriedhof gekämpft. Jetzt ist er fertig. Toll, die Bürger freut's.

Das riesige Areal in den Friedhöfen kostet nicht nur viel Geld zwecks Bewirtschaftung, sondern bedeutet auch enorme Wegstrecken für die Bürger, vor allem die Älteren, zu ihren Gräbern oder Urnengräbern im Osten des Waldfriedhofs. Meiner Forderung, zwischen aufgegebenen Erdbestattungsgräbern Urnengräber zu gestatten, wurde entsprochen. Die weiten Wege fallen langsam weg. Die Kosten schrumpfen, die Stadt freut sich, und die Bürger auch, toll!

Seit Jahren forderte ich Urnenwände oder -stelen. Im Waldfriedhof wurden nun noch im letzten Jahr meiner Stadtratstätigkeit eine erste Gruppe Stelen errichtet. Sie ist voll belegt, eine zweite zum Teil, eine dritte in Planung. Auch Urnen- und Baumgräber sind jetzt möglich. Die Bürger freut's - toll!

Gut eineinhalb Jahre nach meinem Ausscheiden eine späte Genugtuung. Gar oft wurde ich als "Friedhof-Franz" verspöttelt oder Nörgler bezeichnet. Und jetzt hat der Nörgler spät, aber dennoch Recht bekommen. Die Bürger freut's, die Stadt profitiert, und mich freut es auch!

Franz Kick,Sulzbach-Rosenberg
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