Der große Kleine

Der neue Suzuki Celerio soll als praktischer und günstiger Kleinstwagen mit erhöhter Sitzposition und guter Übersicht überzeugen. Bild: Suzuki

Platz ist in der kleinsten Lücke - im Fall des neuen Suzuki Celerio ist diese zwischen dem sehr kleinen Alto und dem etwas größeren Splash zu finden. Dass die Japaner exakt dazwischen noch ein drittes Modell platzieren, hat einen guten Grund.

Das sogenannte Kleinstwagen-Segment wächst überproportional. Und genau hier soll der Celerio punkten, doch mit einem dicken Makel zum Start: Beim Euro NCAP-Crashtest schaffte er nur drei der fünf möglichen Sterne.

Als "XL-Kleinwagen" preist Suzuki den eher konservativ gestylten Japaner an. Denn er stellt in Disziplinen wie Radstand, Kofferraumvolumen und Platz für die Passagiere die meisten seiner Mitbewerber in den Schatten. Die erhöhte Sitzposition - der Fahrersitz ist grundsätzlich auch höhenverstellbar - und die relativ großen Fensterflächen ermöglichen eine gute Rundumsicht.

Mit dem 254 Liter großen Kofferraum, der nur 69 Zentimeter hohen Ladekante und der einen Meter breiten Ladeöffnung gibt sich der neue Kleine sehr alltagstauglich und praktisch. Dazu kommt der Wendekreis des Fünftürers von nur 9,40 Metern, der das Rangieren kinderleicht macht. Auch hinten lässt es sich menschenwürdig sitzen - das ist bei den Kleinstwagen nicht überall der Fall. Das sind durchaus gute Voraussetzungen, um die Kunden ohne gesteigerte Ansprüche an Design und neue Technik zu befriedigen.

Einen ungewöhnlichen Weg geht Suzuki bei der Motorisierung. Es gibt nämlich zwei gleich große und gleich starke ( 68 PS) 1,0-Liter-Dreizylinder, die mit jeweils 155 km/h gleich schnell sind, aber in nicht übermäßig rasanten 14 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen. Der "normale" Motor hat sich im Alto längst bewährt und wurde für die neue Aufgabe so überarbeitet, dass er einen Normverbrauch von 4,3 Litern erreicht. Die Maschine in der Version Eco+ schafft sogar 3,6 Liter. Erreicht wird das unter anderem durch eine effektivere Dual-Jet-Einspritzung, eine variable Ventilsteuerung und ein Start-Stopp-System.

Gratis ist dieses Spritspar-Paket nicht zu haben. Suzuki verlangt dafür angesichts des besonders preissensiblen Segments erstaunlich selbstbewusste 1100 Euro Aufpreis und verweist darauf, dass schließlich auch noch eine LED-Tagfahrlicht-Anlage, eine zehn Millimeter niedrigere Karosserie und eine Berganfahrhilfe mitgeliefert würden.

Weil es "Eco+" aber erst ab der mittleren der drei angebotenen Ausstattungsstufen "Basic", "Club" und "Comfort" gibt, sind mindestens 11 990 Euro für den Spar-Celerio fällig. Der Basis-Benziner in Basis-Ausstattung - etwa mit vier Airbags, elektrischen Fensterhebern vorn, Zentralverriegelung und ESP - ist ab 9690 Euro zu haben.

Bei ersten Testfahrten hat sich der Celerio, der bereits bei den Suzuki-Händlern eingetroffen ist, als sympathisch-unkomplizierter Wegbegleiter erwiesen. Die Bedienung ist leicht verständlich, die Federung eher knackig als soft abgestimmt, die Lenkung tut, was sie soll. Die Motoren setzen sich - typisch Dreizylinder - leicht knurrig, aber durchaus zügig in Szene. Man fühlt sich vor allem im bevorzugten Stadteinsatz keineswegs untermotorisiert. (mid)
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