Der Mensch verhält sich fehlerhaft

Angemerkt "Kreuzung entschärfen" vom 12. März 2015 im Lokalteil zum Unfall an der Kreuzung Kropfersricht/B 85

Die Absicht ist gut gemeint, aber die Schlussfolgerungen lenken von den wahren Ursachen ab und führen zu einem falschen Problembewusstsein. Zuzustimmen ist sicherlich dem Gedanken, eine Gefahr zu bannen, bevor etwas passiert. Und jedes Opfer (in Deutschland im Jahre 2014: 3368 Verkehrstote, 389 000 Verletzte, davon etwa 65 000 schwer) ist eines zu viel.

Vorausbemerkung zum Artikel: Eine Forderung aufzustellen beziehungsweise Lösung aufzuzeigen, bevor die tatsächliche Unfallursache feststeht, ist unseriös. Was bedeutet "Kreuzung entschärfen" für den Kommentator? Die Zu- und Abfahrt an dieser Stelle "dicht machen"? Das bedeutet nicht weniger Verkehr, sondern nur Verlagerung mit längeren Fahrtstrecken ("nervender" Umweg). Einziges Kriterium für seine Lösung: Ob eine Kreuzung "überflüssig" ist! O.k. - schaffen wir alle überflüssig erscheinenden Kreuzungen ab und haben nur noch "notwendige" Kreuzungen. Diese bauen wir dann zu entschärften Kreuzungen mit entsprechendem Landschaftverbrauch aus.

Was machen wir aber mit "überflüssigen" Kreuzungen im Stadtbereich? Sein Gedanke konsequent weiterentwickelt bedeutet: Wann ist eine Kurve, weil sich dort ein Unfall ereignet, überflüssig? Egal, wird begradigt. Und wann ist eine gerade Strecke, weil Raser einen Unfall bauen, überflüssig? Egal, bauen wir (zur Reduzierung der Geschwindigkeit) Kurven ein. Oder, alternativ, wir bauen noch eine weitere Fahrbahn dazu. Die tatsächlichen Unfallursachen sind laut Statistik (aufgeschlüsselt nach inner- und außerorts): überhöhte Geschwindigkeit, Missachtung der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen und falsches Überholen. Auch Alkohol spielt eine Rolle und das nicht nur im Promillebereich.

Es ist der Mensch, der sich fehlerhaft verhält - unabhängig vom anlassbezogenen Einzelfall. Hier muss angesetzt werden. Straßenbaumaßnahmen zu fordern als Allheilmittel, wiegt die Verkehrsteilnehmer in falscher Sicherheit, bestätigt sie in ihrem fahrlässigen Fahrverhalten. Es wird weiter gerast, gedrängelt, sich übermüdet am Steuer behauptet, telefoniert ohne Freisprechanlage, während der Fahrt oder SMS geschrieben, etc. .

Es gilt, die Verkehrsteilnehmer auf ihre Verantwortung für das (auch eigene) Leben und die Gesundheit der Mitmenschen deutlich hinzuweisen. Nichts anderes kann gelten. Also: Jeder ist sich stets seiner Verantwortung und der möglichen Konsequenzen eines fahrlässigen Verhaltens oder auch des Wegschauens bewusst ... und die Welt wird besser (gilt auch zur Vermeidung von: Gammelfleisch- und anderen Skandalen, Mobbing, Verschwendung von öffentlichen Mitteln, Korruption) mit einem positiven Effekt für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft.

Kurt Hösl, Sulzbach-Rosenberg
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