Der neue Nissan Navara ist jetzt mehr Pkw denn je
Lust am Laster

Mit Crossovern und SUVs kennt sich Nissan aus: Juke, Qashqai und X-Trail sind die Bestseller der Japaner. Diesen Erfolg soll zukünftig auch der neue Navara fortsetzen: Der Pick-Up bleibt zwar seinen Nutzfahrzeug-Genen treu; er kann schleppen ohne Ende und kraxelt durch schweres Gelände. Doch optisch und in Sachen Komfort orientiert er sich deutlich mehr in Richtung Pkw und soll so bei den Kunden die Lust am Laster wecken.

Stellt man sich die Autoindustrie als eine runde Scheibe vor, scheint in der Mitte zur Zeit das SUV zu stehen. Die Pseudo-Kraxler erleben einen ständigen Frühling und beeinflussen zunehmend die anderen Segmente: Pkw werden immer SUV-artiger und auch Nutzfahrzeuge müssen sich immer mehr am Hausfrauen-Panzer orientieren. Das bekam auch der neue Nissan Navara zu spüren, der zwar als N1-Lkw zugelassen wird, aber eigentlich mehr Pkw ist denn je. Doch bei aller Annäherung an den Mainstream verliert der Japaner nicht seine Individualität.

Mit seiner muskulösen Motorhaube und den geschwungenen Seitenflanken macht der Navara eine schnittige Figur. Für den Antrieb sorgt ein 2,3-Liter-Dieselmotor der wahlweise mit 160 oder 190 PS erhältlich ist. Der macht akustisch aus seinem Verbrennungsverfahren kein Geheimnis. Bis auf die Einstiegsversion des King-Cab, der als einziger mit Heckantrieb geordert werden kann, werden alle anderen Modelle als Allradler ausgeliefert. Die 4x4er dürfen bis zu dreieinhalb Tonnen an den Haken nehmen. Auf die etwa anderthalb mal anderthalb Meter große Ladefläche kann man über eine Tonne Gewicht packen, was einem ausgewachsenen Nashorn entspricht.

Dank Keyless-Go kann man den Truck mit dem Schlüssel in der Tasche entern, den Start-Knopf drücken und die Testfahrt kann starten. Schon auf den ersten Metern macht der Navara einen entspannten Eindruck: Den Pick-up bringt so leicht nichts aus der Fasson. Gemütlich gleitet er - neuerdings mit Mehrlenker-Hinterradaufhängung mit Schraubenfedern - auch über größere Schäden im Asphalt dahin. Für einen flotten Sprint ist er allerdings selbst in der Twin-Turbo-geladenen Top-Motorisierung nicht zu begeistern. Dabei lesen sich die 450 Newtonmeter Drehmoment auf dem Papier so schön. Allerdings muss der Antrieb auch rund zwei Tonnen in Wallung bringen. (mid)
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