Der Spanier aus Tschechien
Fahrbericht Seat Toledo 1.2 TSI Sun

Mit dem Toledo kehrt Seat zurück zu alten Tugenden. Der Zwillingsbruder des Skoda Rapid bietet reichlich Platz im Innenraum, fasst Menge Gepäck unter der riesigen Heckklappe und bewährte VW-Technik. Bild: Seat
Die Schmiedekunst hat in Toledo seit Jahrhunderten Tradition. Und mit dem gleichnamigen Wagen hatte Seat in den 90er Jahren ein ganz heißes Eisen im Feuer. Großer Raum und kleiner Preis, solide VW-Technik als Dreingabe - das war so ganz nach dem Geschmack junger Familien. Als der Spanier dann plötzlich zum Van mutieren sollte und den Altea als Basis bekam, zeigte die Kundschaft plötzlich die kalte Schulter.

Jetzt soll die vierte Generation wieder alles ins Lot bringen. Wobei: Spanischen Ursprungs ist höchstens der Name. Der Toledo läuft in Mlada Boleslav vom Band. Wie auch sein tschechischer Zwillingsbruder Skoda Rapid. Und beide sind wiederum so eine Art VW Jetta. Das ist sicherlich nicht die schlechteste Voraussetzung. Feurig ist zwar etwas anderes, aber mit seiner klaren Optik kann der Toledo durchaus punkten. Sachlichkeit herrscht auch im Innenraum vor, der die VW-Verwandtschaft nicht verleugnet. Andererseits sind die Komponenten millionenfach bewährt. Ein bisschen Chrom hier, ein bisschen auf gebürstetes Alu getrimmtes Plastik dort und schon hat man ein gefälliges Innenleben. Die Instrumentierung ist klar und übersichtlich. Die Sitze passen, Schalter, Hebel und Knöpfe sind da, wo die Hand sie sucht.

Die Platzverhältnisse sind durchaus als großzügig zu bezeichnen, auch hinten. Und der Kofferraum unter der riesigen Heckklappe sucht in der Klasse durchaus seinesgleichen. Die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank lässt sich schnell umlegen und offeriert dann ein riesiges Ladeabteil. Der kleine 1,2-l-Turbo in unserem Testwagen machte nicht nur mit einem kernigen Sound auf sich aufmerksam, sondern verrichtete seine Arbeit durchaus in sportlicher Manier. Dazu passte die Sechsgang-Schaltung mit ihren kurzen Wegen bestens. Sportlich, aber nicht unkommod das Fahrwerk. Nichts zu mäkeln gibt es angesichts winterlicher Kurzstreckenfahrten beim Verbrauch. Die Start-Stopp-Automatik reagierte einwandfrei.

Die Serienausstattung des Modells Sun mit Sitzheizung, Scheinwerferreinigungsanlage, Einparkhilfe, Climatronic, Stabilisierungshilfe, elektronischer Differenzialsperre und vielem mehr kann sich durchaus sehen lassen. Selbst mit ein paar Nettigkeiten wie LED-Scheinwerfer (1190 Euro) und Radio-Navi (1050 Euro) oder Alcantara Stoff-Leder (450 Euro) bleibt der Toledo seinen Zielen treu und ist eine echte Kampfansage.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auto und Verkehr (447)Seat Toledo (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.