Der Teufel und das Winteraustreiben

Zum Bericht "Dem Teufel auf der Spur":

Sachlich wird die Bevölkerung informiert, dass Exorzisten an der Universität Regina Apostoloum in Rom zum Thema Teufelsaustreibung tagen. Täglich werden angeblich mehrere Teufelsaustreibungen in Deutschland durchgeführt und in anderen Ländern ist der Kampf gegen das Böse ein großes Thema.

Der Kampf gegen das vermeintlich Böse wird von allen Machthabern gerne benutzt. Ob Kirche oder Staat. Von der Achse des Bösen bis zum heiligen Krieg gegen die Mächte des Bösen durch religiöse Fanatiker kann man alles haben. Die Jagd nach dem Bösen ist die Wurzel jeglicher Verfolgung. Dass dies Wurzeln schlägt, wurde mir bewusst, als ich später den Bericht "Wenn der Winter in Asche zerfällt" las. Hier wurde mit martialischen Bildern breitbeinig - mit Peitsche in der Hand - eine Mädchenpuppe ausgepeitscht. Der böse Winter muss natürlich weiblich sein. Zusätzlich wurde diese Mädchenpuppe, dem Fegefeuer gleich, in Flammen gesteckt. Bevor es in die umliegenden Wirtshäuser geht, tanzen noch die Kinder auf der "Hinrichtungsstätte".

Wie wurden und werden Kinder gleich wieder sozialisiert? Mit traditionellem Winteraustreiben in Form von Hexenverbrennungen? Ich weiß auch nicht, ob diese Austreibung auch in der Statistik der Regina Apostoloum mit angeführt wird: "Jetzt ist es raus-/ausgetrieben." Oder im Sinne der humanistischen Aufklärung von Immanuel Kant: "Sapere Aude"

Manfred Ottmann 92237 Sulzbach-Rosenberg
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