Der vernünftige un(d)coole Van

Der klassische Familienvan hat's etwas schwer zurzeit: SUV, also Sport Utility Vans, wie der unten auf der Seite, stehen in der Gunst der Käufer derzeit höher. Eigentlich zu Unrecht, wie der jetzt vorgestellte Seat Alhambra beweist.

Zunächst einmal ist der Spanier der eineiige Zwilling des ebenfalls kürzlich präsentierten VW Sharan, was ja kein Nachteil sein muss. Dennoch verfolgt er seine eigene Linie, kommt etwas sportlicher daher und - bei Familien besonders wichtig - günstiger (minus 2000 Euro). Vom Prinzip her ist der Familien-Van der bessere SUV, denn er bietet üppig Platz und zwei Schiebetüren serienmäßig, bleibt aber dennoch übersichtlich. Cool freilich ist er nicht, eher schon vernünftig.

Um die äußerlichen Veränderungen des neuen Alhambra im Vergleich mit dem Vorgänger zu erkennen, muss man Experte sein: Ein neues Logo, LED-Heckleuchten und andere Felgen - das war's. Deutlicher fallen die Neuerungen schon im Innenraum aus. Die Sitzbezüge sind gefälliger geworden, das Armaturenbrett zeigt sich im Stile des Leon aufgefrischt. Das Navi arbeitet dank leistungsfähiger Prozessoren schneller, das Display ist knackiger und reagiert präzise. Serienmäßig hat jeder Alhambra einen CD-Player mit MP-3-Funtion und SD-Karten-Slot an Bord, ab "Reference" auch Bluetooth- und USB-Schnittstellen.

Musik abspielen reicht nicht mehr, heutzutage ist "Connectivity" gefragt. Das Auto muss Hotspot sein und sich mit Mobiltelefonen verstehen. Der Alhambra kann das, spiegelt Apps aller möglichen Betriebssysteme auf den zentralen Bildschirm, sofern Papa das Navi oder das Media System plus bestellt hat. Die neue Connect-App wartet mit einer Vorlesefunktion auf, wandelt eingehende Nachrichten, etwa aus Mail, SMS, den Accounts von Facebook oder Twitter, in Sprache um und liest sie vor. Die Antworten auf Postings können per Spracheingabe "diktiert" werden. Mit kurzen Fingergesten auf dem Touchscreen lassen sich Funktionen wie Anrufe oder Kontaktadressen aufrufen. Der Begrüßungs-Bildschirm lässt sich bezüglich seines Inhalts individualisieren.

Saubere Motoren

Seat bietet für den neuen Alhambra fünf Motoren an, die alle Euro 6 erfüllen: drei Diesel mit 115 PS, 150 PS und 184 PS (Drehmoment 380 Nm) und zwei Benziner mit 150 bzw. 220 PS. Der 150-PS-Diesel lässt sich auch mit Allradantrieb bestellen; auch ein DSG-Getriebe ist erhältlich. Die Motoren sind um rund zehn Prozent sparsamer geworden. Der Basisdiesel kommt mit fünf Litern aus.

Bei den Assistenten zeigt sich der Alhambra auf Höhe der Zeit: Multikollisionsbremse, Totwinkelassistent mit zusätzlicher Warnung vor Querverkehr beim Ausparken, Einpark-o-mat, Fernlichtassistent, Müdigkeitserkennung, Verkehrszeichenerkennung und adaptive Dämpfereinstellung.

Viel Leut', viel Gepäck

Der größte Vorteil aber ist die Variabilität; bis zu sieben Personen oder mehr als 2400 Liter Gepäckraumvolumen bieten der Spanier und natürlich auch sein deutscher Bruder Sharan. Drei Ausstattungslinien Reference, Style und Style Plus und Crono-Sondermodelle sorgen für Diskussionen am Konfigurator. Eines ist klar: beim Einstiegspreis von 29 965 Euro für den 150-PS-Benziner wird es wohl in keinem Fall bleiben.
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