Desinteresse an Bonhoeffer

Zum Thema Dietrich Bonhoeffer und Flossenbürg:

Am 25. April wurde in der evangelischen Kirche in Flossenbürg der Ermordung Dietrich Bonhoeffers vor 70 Jahren im KZ Flossenbürg gedacht. Aber fast keinen Flossenbürger, und ganz besonders evangelische Christen aus Flossenbürg, hat dies interessiert. Dabei ist Dietrich Bonhoeffer einer der wenigen Theologen, die offen Widerstand gegen das Nazi-Regime leisteten und den Widerstand auch mit organisierten. Er verließ sogar seine sicheres Exil in den USA und kehrte nach Deutschland zurück.

Er wusste, dass dies sein Tod sein kann. Sogar in der "Bekennenden Kirche" in Deutschland fand sein Einsatz für Juden keine Zustimmung. Und jetzt - 2015 - wird er wieder im Stich gelassen. Dies hat mich als Flossenbürger und evangelischer Christ sehr betroffen gemacht.

Ich habe den Eindruck, dass vieles, was in Flossenbürg im Zusammenhang mit dem KZ steht (und damit auch die Ermordung von Personen aus dem Widerstand gegen Hitler) am besten in Vergessenheit geraten sollte. Aber nur wer seine Vergangenheit kennt und aufarbeitet, kann in der Zukunft bestehen und dafür sorgen, dass dieses unermessliche Unrecht und Leid nicht mehr geschehen kann. Da sich das Gedenken an Dietrich Bonhoeffer sehr in Grenzen hält, wäre es dann doch ehrlicher, das evangelische Gemeindehaus nur noch als "Gemeindehaus" statt als "Bonhoefferhaus" zu bezeichnen.

Erwin Löw, 92696 Flossenbürg
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