Deß soll auf die Fakten schauen

Zum Bericht "Prima Klima":

Auf der Bodenseeinsel Mainau haben über 30 Nobelpreisträger eine Deklaration zum Klimawandel unterzeichnet. In dieser "Mainauer Deklaration 2015" heißt es, "dass die Nationen der Welt die Chance der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 nutzen und entschlossen handeln müssen, um die künftigen Emissionen weltweit zu begrenzen". In seiner Enzyklika "Laudato si'" warnt Papst Franziskus eindringlich vor den Folgen des Klimawandels, "dieser würde zu einer umfassenden menschlichen Tragödie führen"

Der Europa-Politiker Albert Deß (CSU) bestreitet den von Menschen verursachten Klimawandels. Anstelle von Anekdoten und Verschwörungstheorien empfehle ich Deß einen Blick auf die Fakten: Die Erde und mit ihr das Klima ist im beständigen, langsamen Wandel. In den eisfreien Warmzeiten lag der Meeresspiegel um 60 Meter über dem heutigen. Am Ende der letzten Eiszeit lag er um 7 Meter tiefer als gegenwärtig, damals wurde Großbritannien vom Festland aus besiedelt - zu Fuß. Der Meeresgrund zwischen England und Dänemark war größtenteils trocken. Mit dem Abschmelzen der Eiszeitgletscher ging dieses große Gebiet innerhalb weniger Jahrhunderte unter.

Ein Großteil der Weltbevölkerung lebt in den fruchtbaren Mündungsgebieten der großen Flüsse. Bereits bei einem Anstieg des Meeresspiegels um zwei bis drei Meter würden Hunderte Millionen Menschen heimatlos und riesige Flächen fruchtbaren Landes gingen verloren. Deutschland würde alle Küstenstädte verlieren, dazu das westliche Schleswig-Holstein und Teile der norddeutschen Tiefebene. "Schöpfung bewahren" lautet das gemeinsame Motto der Kirchen und Umweltschützer. Nie war diese Aufgabe dringlicher als heute.

Ursula Schimmel, Leitung Geschäftsstelle Bund Naturschutz, Landkreis Tirschenreuth
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