Deß und Klima: kindliches Niveau

Zum Bericht "Prima Klimawandel":

Da stellt ein Europaabgeordneter der CSU mit Daten aus dem frühen Mittelalter und persönlichem Wissenstand aus derselben Zeit den Klimawandel in Frage, hält ihn für Volksverdummung und das auf der Titelseite. Wird uns demnächst an gleicher Stelle ein Geisterseher oder UFO-Jäger überraschen? Wettereskapaden hat es immer gegeben. Die allein machen noch keinen Klimawandel aus. Was aber größte Sorge bereitet, ist die Verschiebung der Klimadaten auf breiter Front. Hat die Klosterbibliothek von Albert Deß bereits Temperaturaufzeichnungen über die zurückliegenden 150 Jahre gehabt, aus denen hervorgeht, dass die letzte Dekade die heißesten Jahre überhaupt enthielt?

Hatten die Klosterbrüder etwa Angaben über das weltweit zu beobachtende dramatische Abschmelzen der Gletscher, über den Rückgang der Eisbedeckung in der Arktis, über das Ansteigen des Meeresspiegels, über die unaufhaltsame Ausdehnung der Sahel-Zone? Weiß Deß überhaupt, dass für den Welt-Klimabericht die besten 2000 Wissenschaftler von der UNO beauftragt wurden und dieser dann von den Vereinten Nationen angenommen wurde? Es ist zu bezweifeln, da er nicht einmal das Elementarwissen eines Landwirts zu besitzen scheint, wenn er Kohlendioxid, das jede Pflanze aus der Luft aufnimmt, als Dünger bezeichnet. Es ist bestürzend, dass ein solcher Mann Bayern im Europäischen Parlament vertritt. Das wirft kein gutes Licht auf den Bildungsstand bei uns. Ein verantwortlicher Journalismus kann aber nicht zulassen, dass solch ein - im Wortsinne - todernstes Thema auf derart kindlichem Niveau abgehandelt wird.

Prof. Dr. Fritz-Dieter Doenitz 92718 Schirmitz
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