DGB-Sekretär Peter Hofmann hält in Grafenwöhr Vortrag zum Rentengesetz
Informieren ist wichtig

Grafenwöhr. (rgr) Die Plätze im Gasthof Böhm waren von vielen künftigen Rentnern belegt. Sie wollten Informationen über die "Rente ab 63", die Mütterrente oder Rente wegen Erwerbsminderung. DGB-Regionssekretär und Versichertenberater der Rentenversicherung Bayern Süd, Peter Hofmann, sprach über die Änderungen im Rentengesetz.

"Der Verdi-Ortsverein will mit dieser Veranstaltung Klarheit schaffen", erklärte Ortsvorsitzender Thomas Beitz. Viel diskutiert werde unter anderem über die Verbesserung der Erwerbsunfähigkeits-Rente, die teilweise Ärger bei den Arbeitgebern hervorrufe. "Viele Rentner müssen trotzdem arbeiten, um über die Runden zu kommen. Wir steuern auf die größte Rentenarmut der Geschichte zu", prophezeite er.

Dies sei ein Armutszeugnis für Deutschland. Politiker würden jungen Menschen zu Rentenzusatzversicherungen raten, die viele wegen prekären Arbeitsverhältnissen - durch Ein-Euro-Job oder Hartz IV - nicht stemmen können. Nach dem neuen Rentengesetz vom 1. Juli 2014 gebe es einen Anspruch auf Altersrente mit 63 für besonders langjährig Versicherte. Das seien Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre Pflichtbeiträge aus Beschäftigung und selbstständiger Tätigkeit, aus nichtversicherungspflichtigen Minijobs eingezahlt haben und sonstige Versicherte, die Kindererziehung, Pflege, Wehr- und Zivildienst geleistet haben oder die Kranken-/Verletztengeldbezug und Übergangsgeld erhalten haben.

Ersatz- und Berücksichtigungszeiten sowie Zeiten des Arbeitslosengeldes I würden angerechnet. Nicht dazu zählen die Zeiten von Arbeitslosengeldbezug II beziehungsweise Arbeitslosenhilfebezug, Anwartschaften aus Versorgungsausgleich und Rentensplitting sowie Anrechnungszeiten aufgrund Schul-, Fachschul- und Hochschulausbildung und freiwillige Beiträge.

"Bis zum Jahrgang 1952 könnte jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen", erklärte Hofmann. Ab dem Jahrgang 1953 komme jährlich eine Stufenanhebung von zwei Monaten hinzu. Die Jahrgänge 1952 bis 1958 seien besser gestellt, als die Schwerbehinderten, da es keine Änderung der Altersrente für schwerbehinderte Menschen gebe. "Jeder kann die günstigste Rente auswählen."

Die zweite große Änderung im Rentenpaket sei die Mütter-/Väterrente. Danach gebe es für Kinder, die vor 1992 geboren sind, pro Kind einen Entgeltpunkt, der im Westen einen Bruttobetrag von 28,61 Euro beträgt. Voraussetzung sei, dass in der Rente eine Kindererziehungszeit für den zwölften Kalendermonat nach der Geburt angerechnet wurde. Die Rentnerinnen, die vor dem 1. Juli 2014 in Rente gegangen sind, brauchen für die Erhöhung der Kindergeldleistung keinen Antrag stellen, der Rentenversicherungsträger werde von sich aus tätig.

"Ganz wichtig ist eine Kontenklärung und eine Ergänzung, da es oft vorkommt, dass Ausbildungs- und Kindererziehungszeiten sowie andere Fehlzeiten im Versicherungsverlauf nicht aufgeführt sind. Alles, was nicht geklärt ist, verfällt." Drei Monate vor dem Eintritt der Rente sollte der Antrag zur Regelaltersrente gestellt werden.

Kostenlose Auskünfte geben die Versichertenberater der gesetzlichen Rentenversicherung. Infos unter: www.deutsche-rentenversicherung-bayernsued.de oder bei Peter Hofmann: (0961) 416302-12.
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