Die ersten drei Tage im Trauerfall
Funktionieren unter Schock

Der Tod eines geliebten Familienmitglieds kommt oft völlig überraschend. Auch wenn Entsetzen und Fassungslosigkeit groß sind, muss sich einer in der Familie um den lästigen Papierkram kümmern. Dafür bleibt in der Regel nicht wochenlang Zeit. Gewisse Formalitäten müssen innerhalb der ersten drei Tage nach dem Tod eines Menschen erledigt werden.

TAG 1: Zunächst gilt es, den Totenschein und die Sterbeurkunde zu besorgen. Viele Menschen sterben im Krankenhaus: Den Totenschein erhalten Angehörige dann automatisch von der Klinik. Stirbt jemand zu Hause, muss ein Arzt gerufen werden, der den Totenschein nach der Leichenschau ausstellt.

TAG 2: Innerhalb von 36 Stunden muss der Tote in eine Leichenhalle überführt werden. Zu Hause könne der Angehörige ein bis zwei Tage aufgebahrt werden, sofern er keine meldepflichtige Krankheit hatte.

Mit dem Totenschein muss ein Hinterbliebener spätestens am dritten Werktag nach dem Tod zum Standesamt gehen, um sich eine Sterbeurkunde zu besorgen. Mitzubringen sind auch die Geburtsurkunde und der Personalausweis des Toten, bei Verheirateten zusätzlich die Eheurkunde, bei Geschiedenen das Scheidungsurteil.

Den Sterbefall anzuzeigen ist Pflicht. Das sollten diejenigen tun, die mit dem Verstorbenen unter einem Dach gelebt haben oder in deren Wohnung er gestorben ist. Der Standesbeamte fertigt auf Grundlage des Totenscheins die Sterbeurkunde - möglichst zehn Exemplare. Das Dokument wirdfür die Abmeldung von Renten, Kontoauflösungen, Kündigungen von Versicherungen oder Nachlassangelegenheiten gebraucht.

Parallel zu diesen Formalitäten gilt es, die Bestattung zu organisieren. Innerhalb von 36 Stunden muss man den Bestatter auswählen. Der Bestatter holt dann den Leichnam ab. Den Termin für die Beisetzung sollten die Angehörigen in den ersten zwei Tagen festlegen.

TAG 3: Am dritten Tag nach dem Todesfall stehen weitere organisatorische Fragen an. Möglicherweise müssen Absprachen mit dem Pfarrer getroffen werden. Auch gilt es, mit einer Gärtnerei die Dekoration der Beisetzung mit Kränzen und Blumen zu besprechen. (dpa/tmn)
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