Die Grenzen von Machtstreben aufzeigen

Reisefreiheit als Grundrecht: zu den Streiks der Lokführer:

Wer alt genug wird, kann langfristige Veränderungen in der Gesellschaft bemerken und muss sie oft genug beklagen. Kurz nach Hitlers Machtergreifung geboren, erlebte der Schreiber dieser Zeilen schon als Kind den eigenen Staat als Unterdrücker der Freiheit seiner Eltern, die ja beileibe nicht sagen und tun konnten, was in freien Gesellschaften normal ist.

Unfreiheit lernte der Knabe am eigenen Leib kennen, nämlich am "Fehlen" wertvoller Nahrungsmittel, die aber auf dem Weltmarkt reichlich angeboten wurden. So konnte erst nach dem Untergang des Hitler-Regimes, wie auch nach dem Ende der DDR, die Banane allgemein bekannt und frei verkauft werden. Ein früheres Beispiel wäre die einstmals als sündig definierte Tomate, wenn nicht gar der Apfel im Paradies. Ideologie und Machtstreben vereiteln die freiheitliche Nutzung von Gütern und Dienstleistungen.

In diesen Kontext gehört auch die freiheitliche Nutzung von Schiene, Straße und Luftverkehr, wozu ich als langjähriger Fernpendler Stellung nehme. Was würde geschehen, wenn demnächst eine Mini-Gewerkschaft in der Bundesfernstraßenverwaltung Autobahnen und Bundesstraßen blockieren würde? Falls von den jeweiligen Organisatoren gesellschaftlicher Gruppierungen das Gefühl für die freie Nutzung von Verkehrswegen durch die Allgemeinheit fehlt, müssten diesen die Grenzen von Ideologie und Machtstreben deutlich aufgezeigt werden.

Denn Reisefreiheit ist ein Grundrecht, dessen Behinderung nur im Rahmen der Verhältnismäßigkeit geduldet werden kann. Diese aber ist derzeit deutlich überschritten.

Klaus Ibel, 92648 Vohenstrauß
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