Die Hölzlashofer feiern am Sonntag 850-jähriges Bestehen - Markt, Musik und viele Schmankerln - ...
Kleiner Ort mit langer Geschichte

Ebnath/Hölzlashof. (soj) Am Sonntag feiern die Hölzlashofer ihr 850-jähriges Bestehen. Die Festlichkeiten beginnen um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst am Marterl. Zelebriert wird dieser von Dompfarrer Harald Scharf und Pater Anish George.

Während des Gottesdienstes wird der Gedenkstein, ein 500 Kilo schwerer Findling aus Fichtelgebirgsgranit, gesegnet. Im Anschluss geht's im Festzelt rund. Auf die Gäste warten viele kulinarische Köstlichkeiten wie Salzbraten, Makrelen, Steaks, Bratwürste, Dotsch, Kartoffellocken, Käse, Kaffee und Kuchen. Für die musikalische Umrahmung sorgt Alleinunterhalter "Top Sound Ed".

Für die kleinen Gäste ist ein Kinderschminken vorbereitet. Außerdem steht eine Hüpfburg zur Verfügung. Aber auch Reiten und Kutschfahrten stehen auf dem Programm. Zusätzlich haben sich zwölf Fieranten angesagt, die ihre Waren anbieten.

Die erste urkundliche Erwähnung von Hölzlashof findet sich im Traditionskodex des Klosters Reichenbach von 1165. Ein Eintrag in diesem Buch, "Predium, quod cicitur Hezelisruth", bezeugt nämlich, "dass durch den Sohn des nordgauischen Markgrafen Diepold III., dem jungen Diepold (Theobaldus junior marchio), um 1165 ein Gutsbezirk (predium) dem Kloster Reichenbach übereignet worden ist, der Hezelisruht genannt war". Der urkundliche Ausdruck "predium" bedeutet in dieser Gegend zu jener Zeit mehr als nur ein einzelnes Landgut. Nach einer These von Dr. Bernd Thieser aus Brand ist also der Hof beziehungsweise die Siedlung "Hezelisruht" die Keimzelle der Besiedlung des oberen Fichtelnaabtals. Diese These stützt nicht nur die Nennung des "prediums" von 1165, somit die erste namentliche Nennung einer Siedlung im sogenannten "Otnant-Gebiet" von 1061, sondern auch die dargestellte, geradezu "idealtypische" Siedlungslage. Eine Sonderrolle nahm Hölzlashof auch nach der Trennung von Ebnath, spätestens im 14. Jahrhundert ein. Mit seiner "verrainten und verstainten Flur" gelangte es nie in den Besitz der Ebnather Herrschaft. Diese Ausführungen lassen den Schluss zu, dass der "Lokator Hezilo" seinen Hof hier einrichtete. Ein befestigter Sitz lässt sich noch nicht nachweisen. Die Erfahrung zeigt aber, dass das Auftreten eines Ortsadels nicht an die Existenz einer Burg gebunden sein muss. Die heute übliche Schreibweise "Hölzlashof" findet sich zuerst im "Nothaftischen Lehensbuch" von 1360: "Heczelßhoff pey Ebennd get ze lehen mit allem czugehor."

Lange Zeit gehörte Hölzlashof zur Gemeinde Oberwappenöst. Erst im Jahre 1926 fällte das Bezirksamt Kemnath als beauftragte Behörde folgende Entscheidung: "Zur Abtrennung des Ortes von Hölzlashof von der Gemeinde Oberwappenöst und Zuteilung zur Gemeinde Ebnath bestimmt ein dringendes öffentliches Bedürfnis".

Begründet wurde der Beschluss mit der weiten Entfernung von Oberwappenöst, der schlechten Verbindungen dorthin und der engen Beziehungen zu Ebnath.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.