Die Katze lässt das Sausen nicht

Bei Jaguar spricht man schon vom "Year of the Cat", dem Jahr der Katze, denn die Modellpalette stellt sich frischer dar denn je: XE, XF und XJ sind neu, also Kompakt-, Business- und Luxuslimousine. Den XF hat Jaguar nun präsentiert.

Die Briten haben mit dem XF Maß am 5er BMW genommen, übertreffen den Münchener Primus sogar in einigen Punkten wie dem Knieraum hinten oder der Kofferraumgröße. Auch preislich schenken sich die Kontrahenten nichts: Der XF startet als 163-PS-Diesel bei 41 350 Euro, BMW ruft für den 518d (150 PS) 40 400 Euro auf.

Im Straßenbild selten

Bei den Stückzahlen allerdings ist für Jaguar noch Luft nach oben. Von 2007 bis 2014 wurden in Deutschland gerade mal 16 000 XF zugelassen. Den Besitzern beschert dies Exklusivität. Doch Jaguar will mehr, und die Voraussetzungen sind gut: 190 Kilo hat der XF abgespeckt, ist dank Alu-Karosserie 11 Prozent leichter, aber um 28 Prozent steifer. Der Kraftstoffverbrauch des Basismodells ist laut Hersteller um ein Viertel gesunken, laut EU-Norm nippt der große Wagen nur 4,0 Liter Diesel, was einem CO2-Ausstoß von 104 Gramm pro Kilometer entspricht. Dabei entwickelt der neue Ingenium-Motor, der auch in Land-Rover-Modellen arbeitet, 380 Newtonmeter. Den XF gibt es in fünf Ausstattungs- und fünf Motorvarianten. Eine erste Ausfahrt definiert den Jaguar als sportlich abgestimmte, souveräne Limousine, die sich im Interieur und in der Bedienung abhebt vom Standard, aber dennoch keine Rätsel aufgibt. Dazu trägt das neue I-Control-System mit 8-Zoll-Bildschirm bei, das sich mit Android und iOS-Smartphones gut versteht. Kurzum: Hausaufgaben in punkto Konnektivität erledigt. Das gilt auch für das Thema Assistenzsysteme. Den Hecktriebler unterstützen ASR (Adaptive Surface Response), also ein Helfer, der die Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche erkennt und dann den geeigneten Fahrmodus regelt. ASPC steht für All Surface Progress Control - eine Traktionskontrolle. Und TVBB bezeichnet Torque Vectoring by Braking: In Kurven wird das innere Rad abgebremst, um den XF noch besser in der Spur zu halten. Das Fahrwerk selbst zeigt Doppelquerlenker vorne und Integrallenker hinten, die Dämpferregelung geschieht frequenzabhängig oder adaptiv. Allradantrieb ist leider nur für den großen Benziner erhältlich. Doch für reiche Berg-Gastronomen hat Jaguar noch ein Ass im Ärmel: das auf der IAA gezeigten SUV F-Pace. Mit Allrad und Diesel.
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