Die Lust an der Angst

Sich absichtlich in eine unheimliche Situation begeben, um sich zu gruseln. Das kann ziemlich viel Spaß machen. Weil man weiß, dass nicht wirklich etwas passiert.

Da hinten lauert etwas im Dunkeln! Ist es vielleicht ein Gespenst? Das Herz pocht schneller. Die Hände werden schwitzig. Es kommt näher ... Uaaahhh, ein Monster!

Willkommen in der Geisterbahn. Eigentlich seltsam, dass man sich dort freiwillig etwas Fürchterlichem aussetzt. Schließlich haben wir Menschen nicht gern Angst.

Nicht dasselbe

Doch sich ein wenig zu gruseln - das kann sich auch gut anfühlen. Weil Gruseln nicht dasselbe ist wie Angst, erklärt ein Experte: "Da ist noch etwas anderes mit dabei. Wissenschaftler nennen das Angst-Lust."

Diese kommt daher, dass man sich als Mensch lebendig fühlen will. "Niemand möchte immer nur stumpf und abgeschlafft durchs Leben gehen. Jeder braucht bestimmte Anregungen", sagt der Fachmann. Sich zu gruseln, kann ein solch schaurig-schöner Nervenkitzel sein. In der Geisterbahn beispielsweise hat man im Hinterkopf: Es passiert nicht wirklich etwas.

Der Experte erklärt: "Wenn man weiß, dass die Gefahr nicht real ist, dann hat man den nötigen Abstand dazu." Genau das ist das Gute am Gruseln. Man empfindet zwar ähnliche Dinge wie bei echter Angst. Herzklopfen zum Beispiel. Aber eben nicht so stark, als würde man sich vor etwas richtig fürchten.

Wie stark gruselig es sein darf, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Der eine verträgt mehr, der andere weniger.

Spannend finden es viele Leute gerade in der Geisterbahn - und gruselig.

Genau deshalb gehen sie auch hinein: Um den tollen "Uaaahhh"-Moment zu genießen, in dem die eigene Angst ziemlich viel Spaß machen kann.
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