Die Sache mit dem Zettel

Bis zum Fall der Mauer war es ein weiter Weg: Hunderttausende Menschen in der DDR demonstrierten zuvor für die Freiheit. Am Morgen des 9. November 1989 setzten sich dann einige Politiker zusammen. Sie sprachen darüber, ob die Menschen in der DDR künftig überallhin reisen dürfen.

Reporter fragen

Am frühen Abend gab Günter Schabowski, ein wichtiger DDR-Politiker, eine Pressekonferenz. Das heißt, er beantwortete viele Fragen von Reportern. Kurz zuvor hatte der Politiker die neue Reise-Regelung bekommen. Aber er hatte sie wohl noch nicht gelesen.

Als ihn ein Reporter danach fragte, wusste der Politiker nicht, was er antworten sollte. Er kramte in dem dicken Stapel Papier. Der Politiker druckste herum. Da - endlich hatte er das Blatt mit der neuen Regelung gefunden. Kurz darauf sagte er den entscheidenden Satz: "Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen." Das würde bedeuten, dass die DDR ihre Bürger nicht mehr länger einsperrte!

Die Reporter wunderten sich und fragten nach: Ab wann gilt das? Unsicher stammelte der Politiker: "Das tritt nach meiner Kenntnis... ist das sofort, unverzüglich."

Eigentlich sollte diese Regelung erst am 10. November verkündet werden. Doch jetzt verbreitete sich die Nachricht rasend: "Die Mauer ist geöffnet!" (dpa)
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