Die Sonnenseite finden

Die Sonne gibt es kostenlos. Sonnenstrom prinzipiell auch, natürlich muss die dafür nötige Technik angeschafft werden. Wo rechnen sich Photovoltaikanlagen besonders gut? Und wo macht die Produktion von Solarstrom überhaupt Sinn?

(dpa/tmn) Rund 1,5 Millionen Solaranlagen gibt es in Deutschland laut dem Bundesverband Solarwirtschaft. Und es kommen immer mehr Privatanlagen dazu. Hausbesitzer, die mit dem Gedanken an eine Installation spielen, sollten bei der Berechnung des möglichen Ertrags und der Planung folgendes beachten:

Standort:

Von Ort zu Ort variiert die Sonneneinstrahlung - aber das nur bedingt in einem Nord-Süd-Gefälle. So haben Teile Baden-Württembergs die gleiche Ausbeute wie Regionen Brandenburgs, ermittelte der Deutsche Wetterdienst. Aber Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Berlin sagt: "Egal, in welchen Gefilden Deutschlands eine Solarstromanlage steht, rechnet sich die Anschaffung." Eine Grafik hierzu bietet der Verband im Internet (http://dpaq.de/mOH0M).

Wichtig ist vor allem aber die konkrete Situation auf dem Grundstück: Die Module sollten möglichst nicht im Schatten von Bäumen, Dachgauben und dem Kamin liegen. Das verringert den Ertrag. "Sie sollten als Kunde darauf achten, dass sich der Installateur die Verhältnisse auf dem Dach vor Ort anschaut", betont Körnig.

Himmelsrichtung:

Früher setzte man vor allem auf nach Süden ausgerichtete Dächer. Hier lässt sich schließlich der größte Ertrag erzielen, vor allem in der Mittagszeit. Weil die Einspeisevergütung aber immer geringer wird, macht es finanziell nicht mehr viel Sinn, möglichst viel Solarstrom zu erzeugen und diesen ins öffentliche Netz einzuspeisen, erklärt Stefan Nakazi, Referent für Energieeffizienz der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Besser ist es, seine Anlage auf die Größe des Eigenverbrauchs abzustimmen."

Fläche berechnen:

Eine Anlage mit mono- und polykristallinen Siliziummodulen kann auf etwa sechs Quadratmetern ein Kilowattpeak erwirtschaften, erklärt BSW-Solar. Eine Fläche von 30 Quadratmetern ist für einen Vier-Personen-Haushalt sinnvoll. Denn mit einer Anlage mit einer Leistung von fünf Kilowattpeak können in Deutschland etwa 4500 Kilowattstunden im Jahr erzeugt werden, der Jahresbedarf eines Haushalts dieser Größe.

Form wählen:

Für Eigenheime werden wegen ihres hohen Wirkungsgrads vornehmlich mono- und polykristalline Siliziummodule verwendet. Sie können selbst auf den verhältnismäßig kleinen Dächern von Wohnhäusern viel Strom erzeugen. Die Technologie wird auch immer leistungsfähiger: Eine moderne Anlage mit einer Leistung von fünf Kilowattpeak benötigt eine Dachfläche von etwa 30 Quadratmeter, 2010 waren es laut BSW-Solar noch rund 36 Quadratmeter.

Bei großen Solaranlagen kommen auch Dünnschichtmodule zum Einsatz. Sie sind zwar pro Kilowattstunde häufig günstiger, haben aber wegen des geringeren Wirkungsgrades mehr Platzbedarf. Selten werden Anlagen installiert, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren. Oft wird aber neben der Photovoltaik-Anlage eine Solarthermie-Anlage zur Wassererwärmung oder Heizungsunterstützung installiert.

Rendite:

Wie viel Rendite Hausbesitzer erwarten können, hängt von den individuellen Umständen vor Ort ab. Berechnen lässt sich das zum Beispiel mit dem Vergütungsrechner des Verbandes BSW-Solar (http://dpaq.de/0HHAg) oder mit einem Tool der Energie.Agentur.NRW (http://dpaq.de/FCApR).

Umbauten planen:

Die Anlagen können laut den Experten 20 bis 30 Jahre lang Strom produzieren. Der Installateur sollte genau den Zustand des Dachs prüfen, rät daher Nakazi. "Es muss in so einem guten Zustand sein, dass es die Anlage statisch aushält und dass man an das Dach 20 Jahre lang nicht mehr ran muss." Umgekehrt rät Körnig: "Stellt sich heraus, dass ohnehin bald eine Sanierung ansteht, sollten die Arbeiten zusammengelegt werden. Das spart Kosten."
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