Die Tragikomödie "Indien" bietet bösen Humor, ist aber auch eine Ode an die Freundschaft
Sympathisch unsympathisch

Für Till Rickelt besitzen die Komödien des Festspielsommers wieder reichlich "Unterhaltungspotenzial". Der künstlerische Leiter des Landestheaters Oberpfalz (LTO) findet dabei vor allem die Mischung interessant - "komödiantische Stoffe, die auch ernsthafte Themen behandeln". Dies eröffne vor allem schauspielerisch viele Möglichkeiten, wie etwa mit Slapstick und Körperkomik, - der ernsthafte Grundton aber bleibe erhalten.

Genau in diese Richtung zielt "Indien", die Tragikomödie der beiden österreichischen Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer. Deren sympathisch unsympathische Protagonisten Kurt Fellner und Heinz Bösel sind in der Provinz unterwegs, um in Gasthäusern die Beschaffenheit von Schnitzeln, Duschköpfen und Feuerschutztüren zu überprüfen - immer im Bewusstsein, dass daheim nur die untreue Freundin beziehungsweise die korpulent gewordene Ehefrau wartet.

"Was als bitterböses Duell mit verbalen Gehässigkeiten vom Feinsten beginnt, wandelt sich in eine berührende Ode an die Freundschaft", wirbt das LTO für das Stück, das 1993 auch als Roadmovie verfilmt wurde - übrigens mit Hader und Dorfer in den Hauptrollen.

"Ich wollte unbedingt ein solches Kammerspiel im Spielplan haben, bei dem man auch schauspielerisch in die Tiefe gehen kann", erklärt der Regisseur. Kurt Fellner und Heinz Bösel seien komplexe Rollen, "der Schlagabtausch zwischen den beiden ist super". Die anfängliche Komik, so Rickelt, kippe allerdings im Laufe der Tragikomödie und werde richtiggehend bitter. "Typisch österreichischer Humor von Hader, böse und entlarfend", freut sich der Künstlerische Leiter des LTO.

Auf der Burg Leuchtenberg verkörpern den kleinbürgerlichen Bösel und den biederen Yuppie Fellner Bernhard Neumann und Florian Wein. "Ein Duo, das sich sehr gut ergänzt und mit dem ich bei der Probenarbeit sehr viel entwickeln kann", glaubt Rickelt.

Wein brillierte im vergangenen Jahr als junger Hitler in "Mein Kampf", Neumann im Januar und März mit vollem Körpereinsatz in "Ladies Night". Beide sind zudem bekennende Hader-Fans.

Spielort ist Schloss Friedrichsburg - Aufführungstermine: 2., 4., 9., 12., 23. und 24. Juli jeweils um 20 Uhr sowie am 19. Juli um 18 Uhr.
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