Dieser Trend wird vor allem auf dem Wohnungssektor sichtbar - Größeres Angebot nötig
Der Raum Regensburg zählt zu den Gewinnerregionen in Deutschland

Regensburg. Eine Vielzahl von wirtschaftlichen und soziodemografischen Entwicklungen deuten darauf hin, dass der Raum Regensburg auch künftig zu den Gewinnerregionen in Bayern und Deutschland zählen wird. Wie die beiden Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Sven Bienert und Prof. Dr. Tobias Just vom Institut für Immobilienwirtschaft (IREBS) der Universität Regensburg in dem für die Sparkasse Regensburg erstellten Immobilienreport betonen, hat sich dieser Raum wirtschaftlich exzellent entwickelt. Und dies hat zu herausragenden Rahmenbedingungen für Investitionen auf dem Markt für Wohnimmobilien geführt, mit zuletzt sehr hohen jährlichen Wachstumsraten von mehr als sieben Prozent bei den Immobilienpreisen.

Während die Remax real estate GmbH & Co. KG ihren aktuellen Marktbericht für Stadt und Landkreis Regensburg mit "Ungebremstes Preiswachstum am Ende" überschreibt, Remax-Geschäftsführer Michael Müllner von einer "Marktnormalisierung" spricht und Prof. Dr. Markus Staiber ihm mit dem Hinweis, der Markt habe auf die große Nachfrage reagiert, beipflichtet, teilen die Autoren des Sparkassen-Reports diese Einschätzung nicht. Im bayernweiten Vergleich, so ermittelten Bienert und Just, seien die Wohnungspreise zuletzt nur in München - und selbst dies nur minimal - stärker angestiegen als in Regensburg. Steigende Bevölkerungszahlen, eine gesunde und stabile Wirtschaftsstruktur sowie nicht zuletzt auch die Hochschulen mit ihren angeschlossenen Einrichtungen hätten für eine hohe Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt und im Umland gesorgt.

Aktuell sei der Erwerb von Wohnraum in der Stadt Regensburg im Vergleich mit anderen Städten "relativ teuer". Während im bayerischen Schnitt rund sechs durchschnittliche Jahreseinkommen für eine standardisierte Vergleichswohnung investiert werden müssten, liege dieser Faktor in der Stadt Regensburg um fast 50 Prozent höher bei 8,8 (der Landkreisfaktor bei 4,6).

"Die Erschwinglichkeit ist hier also bereits eingeschränkt", heißt es im Immobilienreport Regensburg, der laut Sparkassen-Vorstandsmitglied Dr. Markus Witt erstmals diese gesamte Region nach wissenschaftlichen Standards betrachtet hat. Dieser Trend werde umso stärker, als das Angebot an Wohnungen deutlich hinter der hohen Nachfrage zurückgeblieben sei.

Im Landkreis Regensburg räumt die Landrätin Tanja Schweiger dem Thema Wohnungsbau eine hohe Priorität ein. Vor allem sieht sie einen großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Singles, Rentner, Alleinerziehende oder einkommensschwächere Haushalte. Mit der steigenden Zahl anerkannter Asylbewerber werde auch deren Wohnraumbedarf zunehmen. "Darüber hinaus müssen wir auch mehr als bisher an die Familien denken, die zwar nicht unter den sozialen Wohnungsbau fallen, sich aber auch nicht mit der Finanzierung ihrer Immobilie bis zum Renteneintritt verschulden wollen", betont Tanja Schweiger. Die Regensburger Landrätin hält es deshalb für notwendig, ein größeres Angebot zu schaffen, beispielsweise durch die Errichtung von Wohnanlagen mit vier bis acht (Eigentums)-Wohnungen: "Nur so werden wir etwa junge Familien in unseren Gemeinden halten können." Nicht von ungefähr habe sie die Wohnungssituation in den ländlichen Gemeinden auf die Tagesordnung der Bürgermeisterkonferenz gesetzt, die vor Kurzem stattgefunden hat.

Laut Remax sind im Vergleich zum letzten Bericht insbesondere die Vermarktungszeiten angestiegen. "Manch hochwertiges Neubauobjekt sucht schon seit über einem Jahr einen Käufer", sagt der Makler Michael Müllner. Inzwischen wächst auch das Angebot, es werden neue Wohnungen gebaut. Als prominenteste Beispiele nennen die Remax-Experten das Marinaquartier und das Candisareal im Stadtosten. Aber auch auf dem Gebiet der ehemaligen Nibelungenkaserne oder des ehemaligen Güterbahnhofs steht der Baubeginn für mehrere Tausend weitere Wohneinheiten bevor.
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