Dieser Weg wird kein leichter sein
Briefe an die Redaktion

Zu den Berichten "Mehr Qualität und neue Strategie" vom 7. April, "Heimatminister wird der Hauptadressat" vom 9. April und "Mit Dank zurück" vom 18. März:

"Die Sorge um den kleinen Prinzen IKOM war berechtigt, ein Entwicklungskonzept soll es nun sein - Dr. Robert Leinen aus München darf es nun erarbeiten. Im Spätherbst sollen Regionalkonferenzen, an denen sich auch die Bürger beteiligen "können" - vermutlich jedoch ohne Widerspruch - stattfinden.

Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Stiftland, Bürgermeister Bernd Sommer aus Waldsassen, sieht das Problem Tourismus in den Gaststätten und Übernachtungsbetrieben und stellt einen Investitionsstau fest. Um einen "perfekten Urlaub" zu bieten, sei eine einwandfreie Service-Kette notwendig. Diese fange an beim Transfer in die Unterkunft oder zu Events und höre beim Zuckerl auf dem Kopfkissen auf. Problemermittlung und tiefgründige Analyse geglückt?

Nun, das Zuckerl "Waldsassener Gartenschau" wurde abgelehnt mit der Begründung, es sei wohl "eher etwas zum Angeben". Und somit wurde dieser Event mit durchaus großem Werbeeffekt den Gaststätten und Vermietern genommen. Vielleicht liegt das Problem "Investitionsstau" auch auf dem Schreibtisch des Stadtoberhauptes selbst?

"Gemeinsam sind wir stark" hieß das Motto von IKOM! Hätte man sich besser mit dem IKOM-Kollegen aus Tirschenreuth ausgetauscht. Er machte es mit großem Erfolg vor. Positiv ist dennoch die Zusammenarbeit mit der Steinwald-Allianz im Tourismus. Wichtig sei auf jeden Fall eine Stärkung des ländlichen Raums. Die Einen haben's schon begriffen, die anderen arbeiten noch daran.

Aber selbst große Künstler haben es erkannt: (nach Text von "Xavier Naidoo") denn dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer! Nicht mit Vielen wird man sich einig sein, doch diese "Steinwald-Allianz" bietet so viel mehr!

Stephan SporrerNeualbenreuth

Notlüge hätte der Herrgott verziehen

Zum Bericht "Bruder Claus Stuben" in Neualbenreuth:

"Selbst im Zeitalter von Internet, Onlinezeitungen, Facebook und anderen mutlimedialen Mitteln erfährt man von Neuigkeiten aus der Heimat manchmal erst ein paar Tage später. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen und ein paar Worte zu Ihrem Bericht zur Neueröffnung der Wirtschaft "Bruder Claus Stuben" in Neualbenreuth schreiben.

Nachdem ich im Sommer 2010 einen Anruf vom damaligen Neualbenreuther Pfarrer Andreas Hörbe erhielt und seine Frage, ob ich verheiratet sei, mit einem ehrlichen "Nein" beantwortete, durfte ich feststellen, dass es manchmal sinnvoll ist, sich selbst vor einem Geistlichen einer Notlüge zu bedienen. Hätte ich gewusst, welchen Rattenschwanz der mittelalterlich anmutenden Sichtweise mancher Menschen auf das Thema Ehe oder Partnerschaft nach sich zieht, wäre ein gelogenes "Ja", das mir der liebe Herrgott bestimmt verziehen hätte, allein in Anbetracht der darauf folgenden Ereignisse die bessere Wahl gewesen.

Nie hätte ich gedacht, dass gerade die Kirche, die von Nächstenliebe, Respekt und Unterstützung dem anderen gegenüber predigt, einem jungen Paar, das einfach noch nicht bereit ist, sich "bis dass der Tod sie scheidet" zu binden, solch große Steine in den Weg legt.

Aber wenn der Pfarrer eine Tür verschließt, macht Gott irgendwo ein Fenster auf und alles geht seinen, in diesem Fall, positiven Weg. So ergab es sich, dass Neualbenreuth einen neuen Geistlichen bekam, ich mich in Kirchheim unter Teck (ja, hier steckt die Kirche sogar im Ortsnamen) selbstständig machen konnte und durfte, und mich von meiner damaligen Lebensgefährtin trennte, ohne vor der Kirche oder vor Gott ein schlechtes Gewissen befürchten und um eine Absolution betteln zu müssen.

Ich wünsche dem neuen Pächterpaar, ob es verheiratet ist oder nicht, ob eheliche Kinder oder nicht, ob es sonntags arbeitet oder in der Kirche sitzt, ob es zum Frühschoppen Weißwürste anbietet oder geschmorten Satansbraten, ob es im Nebenzimmer kirchliche Hochfeste feiert oder einen Spielautomaten aufstellt, alles erdenklich Gute, zufriedene Gäste, Spaß an der Arbeit und mindestens denselben Erfolg, den ich in meinem Restaurant habe.

Bei meinem nächsten Heimaturlaub werde ich euch besuchen, mit euch essen und feiern. Und wenn es keinen Wein mehr gibt, dann lassen wir die Kirche aus dem Spiel und trinken Wasser."

Vittorio CapezzutoKirchheim unter Teck

___

Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.