Doch noch "Happy End" für Henri

Im Streit um den Schulbesuch eines Jungen mit Down-Syndrom im baden-württembergischen Walldorf ist ein Lösung gefunden. Der mittlerweile zwölfjährige Henri wird ab Herbst eine inklusive Klasse an einer Realschule in seinem Wohnort besuchen, wie ein Sprecher des Stuttgarter Kultusministeriums am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte. Vor knapp einem Jahr hatte der Fall Henri eine bundesweite Diskussion um die Inklusion von Kindern mit geistiger Behinderung im Schulalltag ausgelöst.

Henri sollte ursprünglich, um nicht von Freunden getrennt zu werden, im Sommer 2014 nach der vierten Grundschul-Klasse aufs Gymnasium wechseln. Einen entsprechenden Schulversuch lehnte das betroffene Gymnasium jedoch ab und damals ebenso die Realschule.

Es habe inzwischen intensive Gespräche mit der Realschule zu den möglichen Voraussetzungen für eine inklusive Klasse gegeben, sagte der Ministeriumssprecher. Die Schule erhalte beispielsweise personelle Verstärkung von Sonderpädagogen. Für solche Aufgaben seien bereits in diesem Schuljahr landesweit 200 zusätzliche Lehrerdeputate bereitgestellt. Mit Start des nächsten Schuljahrs solle es weitere 200 Stellen geben.

Kein "Fall"

Henri wiederholt seit dem vergangenen Jahr, weil zunächst keine Lösung gefunden worden war, die vierte Klasse der Grundschule. Seine Mutter Kirsten Ehrhardt hat über seine Geschichte ein Buch geschrieben, das am 11. Mai erscheinen soll: "Henri: Ein kleiner Junge verändert die Welt". Sie betont dazu: "Henri ist kein Fall, Henri ist ein Kind".

In Baden-Württemberg haben Eltern ab dem nächsten Schuljahr die Wahl, ihr behindertes Kind an einer allgemeinen oder einer Sonderschule unterrichten zu lassen. Dabei müssen die jungen Menschen das Ziel des jeweiligen Bildungsgangs nicht erreichen können.
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