Donald Trump gewinnt Wahl
Stars: „Winter ist da“

US-Sängerin Ariana Grande (von links), US-Schauspielerin Kristen Bell und US-Schauspieler Will Arnett. Bilder: dpa
 
Frederic Prinz von Anhalt. Bild: dpa

Sehr viele Stars haben im Wahlkampf ihre Sympathien für Hillary Clinton gezeigt. Die Aussicht auf Donald Trump als US-Präsident lässt viele von ihnen schaudern. Einige aber jubeln auch.

Los Angeles. Ungläubigkeit, Frust, Sorge: Zahlreiche Prominente haben entsetzt auf den Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl reagiert. "Dies ist eine beschämende Nacht für Amerika", schrieb Schauspieler Chris Evans auf Twitter. "Wir haben einen Hassprediger dazu bestimmt, unsere großartige Nation zu führen. Wir haben einen Tyrannen bestimmt, den Kurs festzulegen. Ich bin am Boden zerstört." Sein Kollege Ben Stiller ergänzte: "Bizarrer Traum." Schauspieler John Cusack schrieb: "Die Leute werden bald erkennen, dass es keine Realityshow ist, es ist ein Schlachthaus." Schon vor Bekanntgabe des Trump-Siegs twitterte Schauspielerin Kristen Bell in der Wahlnacht: "Will sonst jemand kotzen?" Dies sei "unglaublich beängstigend", erklärte die Schauspielerin und Sängerin Ariana Grande, gefolgt von dem Tweet: "Ich bin am Weinen". Kollegin Amanda Seyfried schrieb: "Vielleicht sind wir nun am absoluten Tiefpunkt angekommen und es gibt keinen anderen Weg als nach oben."

"Was für ein Land, wie peinlich, was für ein Land", schrieb der mexikanische Hollywoodstar Gael Garcia Bernal in der Nacht zum Mittwoch. Immer wieder hatte Trump angekündigt, eine Mauer an der US-mexikanischen Grenze errichten zu lassen. Sängerin Cher fühlte sich gar an das Deutsche Reich erinnert: "So wie in Deutschland in den 30ern haben Ärger und Wut die USA erfasst." Im Wahlkampf hatte die Demokratin Hillary Clinton deutlich mehr Stars auf ihrer Seite als Trump. Mehrere Promis kündigten sogar an, das Land zu verlassen, falls Trump gewinnt - darunter Sängerin Barbra Streisand und Comedian Amy Schumer, wie CNN berichtete. Das Entsetzen der Clinton-Unterstützer ist nun groß. Statt Siegestaumel gab es Durchhalteparolen: "Uns wird man niemals zum Schweigen bringen", schrieb Popstar Katy Perry. Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow, ein ausgesprochener Trump-Gegner, fasste sich kurz: "Winter ist da."

"Wie werden wir das den nächsten Generationen von Frauen erklären? Und den Minderheiten?", lamentierte Schauspieler Will Arnett. Die Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres, eine erklärte Unterstützerin von Clinton, wandte sich direkt an die Demokratin: "Wie auch immer diese Nacht ausgeht, ich bin so stolz auf dich und so geehrt, deine Freundin zu sein." Trump hatte weit weniger Unterstützung von Prominenten bekommen - unter anderem aber von Wrestling-Ikone Hulk Hogan. "Ich bete für ein hoch erwünschtes Wunder heute Nacht", schrieb Hogan, als der Wahlausgang noch unklar war. Hollywoodstar Steven Seagal, der kürzlich die russische Staatsbürgerschaft bekommen hatte, gratulierte Trump auf Twitter, ebenso wie Schauspielerin Kirstie Alley, die schrieb: "Du hast es geschafft!"

Das überraschende Ergebnis erinnerte den britischen Entertainer James Corden, der auch im US-Fernsehen erfolgreich ist, an das Votum seiner Landsleute für einen EU-Ausstieg. "Brexit feelings", schrieb er. Seine Landsfrau Lily Allen antwortete: "Canada feelings". Berichten zufolge war die Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde während der US-Wahl mehrfach wegen Überlastung nicht aufrufbar. Über ein anderes Wahlergebnis freute sich indes Rapper Snoop Dogg: "Wir haben in Kalifornien gerade Marihuana legalisiert." Dazu schrieb er als Hashtag: "Raucht jeden Tag Weed." Comedian Patton Oswalt kommentierte die Legalisierung von Marihuana in Kalifornien mit den Worten: "Wir werden es brauchen."

Die Wahl - ein Gewinn?


Der Sieg von Trump kann nach Ansicht des Schauspielers Walter Sittler (62, "Der Minister") auch eine Chance für Europa sein. Der Wechsel biete die Möglichkeit, nicht immer nur nach Amerika hochzuschauen, sondern sich "in aller Ruhe zu emanzipieren", sagte Sittler in Stuttgart. "Wenn Resteuropa das schafft, kann es auch ein Gewinn sein." Mit einem Sieg von Trump hatte Sittler, der in Chicago geboren wurde, niemals gerechnet. "Aber manchmal tun Amerikaner sowas."

Los Angeles. Die Macher der US-Zeichentrickserie "Die Simpsons" haben vor 16 Jahren hellseherische Fähigkeiten bewiesen. In der im Jahr 2000 in den USA ausgestrahlten Folge "Barts Blick in die Zukunft" hat Donald Trump seine fiktive Amtszeit gerade beendet - und Amerika in den Ruin getrieben. Eine Präsidentschaft Trumps erschien damals allerdings keineswegs abwegig: Der Unternehmer hatte sich 1999 für die Nominierung als Kandidat der Reform Party beworben, die Kampagne aber bald darauf wieder beendet. Trump als einen Präsidenten mit verheerender Bilanz zu zeichnen, sei damals "eine Warnung an Amerika" gewesen, sagte der Autor der Folge, Dan Greaney, im März dem "Hollywood Reporter". Es habe zu der Aussicht gepasst, dass "Amerika verrückt wird". In der Episode stellt sich Bart Simpson die Zukunft seiner Familie vor: Er selbst ist ein Verlierer, während seine Schwester Lisa gerade neue Präsidentin der USA geworden ist. Ihr Vorgänger im Amt ist Trump. "Wir sind pleite", sagt ein Berater Lisas auf die Frage, wie ernst die Lage sei.

"Die Simpsons haben immer die Auswüchse der amerikanischen Kultur behandelt", sagte Greaney. "Und Trump ist genau das."
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