Dorf steht ziemlich lächerlich da
Briefe an die Redaktion

Zum Bericht "Säge schafft Tatsachen" vom Dienstag, 25. August

"Nun haben also ein oder mehrere Feiglinge - hier stimmt diese Bezeichnung endlich einmal - uns um die Möglichkeit gebracht, den Baum, der wegen eines lächerlichen Grunds gefällt werden sollte, doch noch zu erhalten. Diesen Abgang hat er nicht verdient. Doch wenn Demokratie im Wortschatz einiger politisch Aktiver ein Fremdwort ist und Bürgernähe, Souveränität und Herzlichkeit "böhmische Dörfer" sind, dann ist natürlich klar, dass die 512 Bürger (von insgesamt 1378 ), die bei der Unterschriftenaktion der Kinder mitgemacht haben, kein Gehör fanden.

Aber was will man erwarten, wenn der Bürgermeister und seine Partei sich "mit einer Tat etwas außerhalb der Legitimation" (Zitat Ernst Neumann) zu ihrem Recht verhelfen lassen. Dann ist das ein klarer Fall von Nichtachtung der Bürgerinteressen.

Natürlich kann man das Geld für einen Bürgerentscheid auch so einsparen! Oder will man das Ergebnis dieses Entscheids lieber doch nicht sehen? Für die Bürger bleiben noch viele Fragen offen.

Wieso wurde der Baum so schnell, noch vor dem Eintreffen der Polizei, abgesägt? Wenn er Montagmorgen ein Sicherheitsrisiko war, wieso war er dann am Sonntag noch keines? Übrigens, ein Baum dieser Größe stellt bei einem etwa zwei Zentimeter tiefen Einschnitt in keiner Weise eine Gefährdung dar.

Anzumerken wäre auch noch: Wenn ein Gemeinderatsmitglied sich öffentlich emotional und verbal nicht im Griff hat, ist ein Rücktritt eine logische Konsequenz aus dem Fehlverhalten. Nach dieser Kette von keinesfalls weisen Entscheidungen steht unser Dorf nun ziemlich lächerlich da. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass in Zukunft mehr auf die Stimme der Mitbürger gehört wird, damit so eine Blamage nicht nochmal passiert.

Sandra DehmelPechbrunn

Kein sofortiges Sicherheitsrisiko

"Ein wahres Märchen aus Pechbrunn: Es war einmal eine Mai-Sitzung, in der beschloss der Gemeinderat im Hauruck-Verfahren bei 7:5 Stimmen, dass der Weihnachtsbaum vor der Grundschule gefällt werden solle. Die Fällung stand nicht auf der Tagesordnung, die Gemeinderatsmitglieder wurden nicht über die Kosten informiert. Der Baum war nicht kaputt, er beschädigte nichts.

Als die Schulkinder erfuhren, dass ihr Baum weg soll, haben sie ein Bild für den Bürgermeister gemalt: das Wappen von Pechbrunn ohne Baum, daneben ein weinendes Gesicht. Aber der Bürgermeister sagte den Kindern, dass das nun beschlossen sei.

Da sammelten die Kinder Unterschriften - über 500 Stück in Schulheften, auf denen vorn stand, dass sie ihren Christbaum behalten wollen. Vor der Juli-Gemeinderatssitzung wollten sie die Hefte abgeben. Sie ahnten nichts Schlimmes, hatte doch der Bürgermeister, als er sie beim Unterschriften-Sammeln sah, selbst gesagt, dass ihm der Weihnachtsbaum eigentlich egal sei. Aber dort wurden sie angegriffen, dass sie von ihren Eltern "missbraucht" wären und "feige Eltern" hätten. Ihre Unterschriftenlisten wurden nicht angenommen.

Die "feigen Eltern" sammelten dann selbst Unterschriften, solche, die der Bürgermeister annehmen musste, und gaben sie vor der nächsten Gemeinderatssitzung ab, in der Hoffnung, dass nun der Gemeinderat einlenken würde. Sie formulierten einen Kompromiss - wenigstens 5 Jahre solle der Baum weiter stehen.

Die Mütter trafen sich mit Bürgermeister und Stellvertreter. Dieses Treffen war aber nicht konstruktiv. Die Eltern mussten sich sagen lassen, dass sie ihren Kindern beibringen sollten, was Demokratie sei, wenn die das schon in der Schule nicht lernen würden. Einem Bürgerbegehren würde man nicht nachgeben wollen, weil sonst ja in Zukunft jeder komme und Unterschriften sammle. Außerdem hätten viele Leute nicht geahnt, was sie unterschrieben hätten.

In Gemeinderatssitzung Nummer 4 wurde kein einziger Grund genannt, warum der Baum weg muss. Kein Tagesordnungspunkt sah vor, dass man auf das Bürgerbegehren eingehen könne. Die Gemeinderatsmitglieder hatten den Textlaut des Bürgerbegehrens weder vorliegen, noch wurde er komplett vorgelesen.

Aber Gemeinderatsbeschluss ist Gemeinderatsbeschluss - und deshalb beschlossen die Gemeinderatsmitglieder erneut, dass der Baum weg soll - auch wenn das wegen des Bürgerentscheides nun erheblich mehr kosten würde. Die Bitte, das Geld doch sinnvoller auszugeben, überhörten 8 Gemeinderatsmitglieder. Leider. Am Sonntag wurde der Baum dann angesägt, am Montag wurde er Hauruck entfernt - ohne dass er ein sofortiges Sicherheitsrisiko darstellt, ohne einen Baumpfleger um Rat zu fragen und ohne die Initiatoren des Bürgerentscheides zu informieren.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so bleibt in Pechbrunn auch in Zukunft Gemeinderatsbeschluss Gemeinderatsbeschluss - wenn "auch etwas außerhalb der Legitimation" (O-Ton des Bürgermeisters).

Ute DöhlerPechbrunn

Ganz Europa ist gefordert

Zum Bericht "In Wiesau neues Quartier" vom Mittwoch, 26. August:

"Die Aussage unseres Landrates: Er sei froh, dass die Gymnasten ihr Sportabitur machen können, kann man so nicht stehen lassen. Was ist mit unseren Vereinen, die die Dreifachturnhalle nutzen? Die Spvgg Wiesau trainiert dort mit den Kindern ab 4 Jahren, der Turnerbund Wiesau mit seinen verschiedenen Sparten nutzt die Dreifachturnhalle, die Berufsschüler haben dort Sport. Auch abends finden Fußballspiele statt. Unseren Berufsschülern ist es eh oft zu langweilig im beschaulichen Wiesau. Von den Hallentunieren, dem Superfasching vom HCL will ich gar nicht anfangen.

Die Turnhallen können nur eine vorübergehenden Lösung sein - weder in Wiesau noch sonst wo. Vielleicht sollte man auch überlegen, ob man leerstehende Pensionen oder Gasthöfe nutzt, die halt nur Etagendusche und Etagen-WC haben. In meiner Lehrzeit waren ich und meine Eltern froh, im Hotel wohnen zu können, wo ich meine Ausbildung gemacht habe.

Somit brauchte ich nicht nachts durch die Gegend fahren. Wir waren auch zu dritt im Zimmer, kannten uns nicht und die Dusche und das WC befand sich auf der Etage. Jeder, der Wehrdienst geleistet hat, kennt dass auch mit 5 oder mehr Kameraden auf der Bude.

Dass wir helfen müssen, ist keine Frage. Aber man sollte alle Möglichkeiten ausschöpfen. Außerdem sind wir alle gefordert, ganz Europa! Es kann nicht sein, dass Bulgarien seinen Grenzzaun erweitert und die Flüchtlinge aussperrt. Vorrangig muss denen zuerst geholfen werden,wo Krieg ist.

Gerlinde Bayer95676 Wiesau

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