Drachenpiloten üben Tricks

Drachenpiloten können mit ihren Drachen verschiedene Tricks. Bild: dpa

Wie Düsenjets fliegen die Drachen in den Himmel. Grischa und sein Freund Dirk steuern sie mit Schnüren vom Boden aus. Die beiden sind Drachenpiloten.

Mitten auf einer großen, freien Wiese liegen zwei schwarze Schlaufen. Sie sind mit langen Schnüren verbunden. Folgt man den Schnüren, erkennt man von weitem einen blauen Lenkdrachen. Er gehört dem Drachenpiloten Grischa König aus Berlin.

"Gute Lenkdrachen startet man an einer fixen Leinenlänge", sagt Grischa. Man spult die Leine also nicht nach und nach ab. Sondern der Drachen liegt weit weg, zum Beispiel 35 Meter. Das ist länger als ein Basketballfeld.

Fliegen im Pair

Auf der Wiese liegt noch ein zweiter Drachen. Denn Grischa trainiert an diesem Tag mit seinem Freund Dirk das Fliegen im Pair (gesprochen: Pär). Pair bedeutet Paar. So heißt es, wenn zwei Leute Kunststücke zu zweit zeigen. Zuerst übt aber jeder für sich allein. "Man muss warm werden und schauen, wie der Wind ist", erklärt Grischa.

Grischa steckt beide Hände durch die Schlaufen und umgreift das Band. Dann streckt er die Arme zuerst nach vorne aus. Und zieht sie dann gleichzeitig am Körper vorbei nach hinten. Schon fliegt der Drachen in den Himmel.

Grischa fliegt seinen Drachen nach links, nach rechts, nach oben und unten. Auch Tricks macht er. Zum Beispiel lässt er den Drachen auf dem Rücken schweben. Oder er wickelt ihn in der Luft in seine eigenen Schnüre ein. "Der Trick heißt Jo-Jo", sagt Grischa.

Beim Sprechen bleibt ihm immer mehr die Puste weg. Drachenfliegen ist anstrengend. Besonders bei schwierigem Wind: Mal weht er nur ein bisschen, mal bläst er stark. Dann zieht der Drachen so doll, dass Grischa sein ganzes Gewicht dagegenhalten muss. Das gibt Muskelkater! Jetzt steuert Grischa seinen Drachen ganz nach links, quer über die Schnüre von Dirk. So zeigt er ihm, dass er bereit für ihr gemeinsames Training ist. Die beiden landen ihre Drachen nebeneinander und treffen sich ungefähr in der Mitte.

"Links hepp!"

Grischa zählt: "Eins, zwei, drei!" Dann starten die Drachen gleichzeitig in die Luft und fliegen hintereinander. Grischas Drachen führt an. "Links hepp!", sagt Grischa plötzlich. Und beide Drachen fliegen eine scharfe Kurve nach links. Nächstes Kommando: "Unten hepp!" Die Drachen fliegen im Sturzflug nach unten.

Bei der nächsten Ansage drehen sich die Drachen. Nun fliegen sie mit der Spitze wieder nach oben. Dann zeigen die beiden Piloten Figuren, mal nacheinander, mal gleichzeitig. Die Richtungen und Figuren sagt Grischa spontan an.

Für Turniere üben die beiden einen bestimmten Ablauf. So wissen sie, was als Nächstes kommt. "Das ist für den Ansager viel entspannter, weil er nur noch den Moment abpassen muss", sagt Grischa. Dann muss er nur noch "Hepp" sagen. Und Dirk weiß, was zu tun ist. (dpa)
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