Drei Jahre Haft für 52-Jährige
Mutter verkauft Kinder an Freier

Sie verbarg ihr Gesicht unter einer Jacke: Eine 52-Jährige stand in Hamburg vor Gericht, weil sie zwischen 1994 und 2001 ihre Kinder an Freier verkauft haben soll. Bild: dpa

Selbst für das Gericht war schier unvorstellbar, was zwei Kinder einer heute 52-Jährigen erleben mussten. Die Mutter hat ihre Tochter und ihren Sohn an Freier verkauft - und kassierte dafür nun eine Gefängnisstrafe.

Hamburg. Wegen Beihilfe zur Vergewaltigung und zum schweren Missbrauch von Kindern hat das Amtsgericht Hamburg eine Mutter zu drei Jahren Haft verurteilt. "Wir haben in Abgründe eines Familienlebens geschaut, die uns sprachlos gemacht haben", sagte Richterin Monika Schorn am Freitag.

Angeklagte ohne Regung


Nach Überzeugung des Gerichts überließ die Angeklagte in den 90er Jahren, als sie selbst als Prostituierte arbeitete, zwei ihrer Kinder mehrfach Freiern zum sexuellen Missbrauch. Ihre damals zehnjährige Tochter brachte sie mit ihrem Vermieter zusammen, der das Kind auf ein Bett fesselte und vergewaltigte. Ihren Sohn führte sie einem Pädophilen zu, den er oral befriedigen musste. Die 52 Jahre alte Angeklagte nahm das Urteil regungslos hin.

Die Staatsanwältin hatte drei Jahre und vier Monate gefordert, der Verteidiger acht Monate auf Bewährung. Erst vor zwei Jahren hatte die inzwischen 31 Jahre alte Tochter Anzeige erstattet. Beide Kinder waren in dem Prozess Nebenkläger. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger deutete an, dass seine Mandantin Berufung einlegen werde.

Nicht zu belangen


Die eigentlichen Täter, die beiden Freier, können nicht mehr bestraft werden: Der Vergewaltiger der Tochter lebt nicht mehr. Und von dem Mann, der den Jungen missbrauchte, haben die Ermittler nur einen Vornamen.
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