Düsseldorf.
Recht auf Reisen: Defekte Liege ist kein Reisemangel

(dpa) Eine Verletzung durch eine kaputte Liege im Hotel ist kein Reisemangel, der eine Minderung des Reisepreises rechtfertigt. Denn eine Liege ist kein als gefährlich anzusehender Ein- richtungsgegenstand, den der Veranstalter fortlaufend überprüfen muss.

Das entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az.: I-21 U 67/14), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet. In dem verhandelten Fall ging es um einen Mann, der sich die Fingerkuppe abgetrennt hatte, weil die Kopfstütze der Liege nach hinten weggeklappt war - aus Sicht des Klägers ein Reisemangel.

Das Gericht sah das anders: Zwar liege grundsätzlich ein Mangel vor, wenn die Einrichtung des Hotels eine Gefahr für die Sicherheit des Gastes darstellt. Der Veranstalter muss also ständig Treppen, elektrische Anlagen oder Balkongitter kontrollieren, sonst verletzt er seine Verkehrssicherungspflicht.

Anders sieht es aber bei im Grunde ungefährlichen Gegenständen wie Schränken, Schubladen und eben Liegen aus. Der Veranstalter muss diese nicht gesondert überprüfen, auch wenn sich der Gast mit ihnen durchaus verletzen kann.

Eine solche Maßnahme sei dem Veranstalter nicht zuzumuten. Schließlich könne die sogenannte Verkehrssicherung nicht jeden potenziellen Schaden ausschließen.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.