Effizientes Produktionssystem und teilautonome Gruppenarbeit sorgen für hohe Reputation der ...
Qualifizierung Schlüssel zum Erfolg

Ein Team bei einem sogenannten Shopfloor-Meeting.

Der Standort Auerbach steht gut da, im ZF-Konzern und bei den Kunden genießt er hohe Wertschätzung. Auf der Suche nach den Gründen zu Beginn ein Zeitsprung zurück in das Jahr 1998.

Damals standen die Mitarbeiter am Beginn einer bahnbrechenden Entwicklung: Die Einführung der teilautonomen Gruppenarbeit bildete den Start eines Kulturwandels, was den Weg für eine erfolgreiche Entwicklung bereitete – erfolgreich für Mitarbeiter und Produktion gleichermaßen. War es vorher die klassische Hierarchie: Chef sagt Mitarbeiter, wie etwas gemacht werden soll, so verteilte sich mit der Einführung der Gruppenarbeit die Verantwortung auf alle Personen im Team und der Vorgesetzte wandelte sich zum Coach für die Mitarbeiter.

Etwa fünf bis 15 Mitarbeiter samt einem Sprecher sind es, die sich in kleinen Teams organisieren und Verantwortung übernehmen. „Sie erkennen Probleme, lösen sie und helfen mit regelmäßigen Verbesserungsvorschlägen mit, die Produktion stetig zu verbessern“, erklärt Tobias List, Leiter des Produktionssystems. KVP – kontinuierlicher Verbesserungsprozess nennt man bei ZF diesen Beitrag seitens des Mitarbeiters. Es sind Ideen, die direkt vom Arbeitsplatz kommen.

Damit die Beschäftigten diese Verantwortung auch übernehmen können, gibt es Schulungen und Qualifizierungen. Bei „FIT – Fortschritt im Team“ beispielsweise lernen Gruppenmitglieder Moderieren und Präsentieren, die Visualisierung von Themen und natürlich als Schwerpunkt auch Problemlösung.

Das gilt nicht nur für die Produktion selbst, sondern auch für alle produktionsnahen Bereiche wie Logistik und Qualität. „Entscheidend ist, dass sich diese Haltung, dass es ein Leben lang um Weiterentwicklung, um Lernen geht, durchsetzt. Dieser kulturelle Wandel hat hervorragend geklappt und darauf sind wir alle stolz“, sagt List.

Solchermaßen für effektives Arbeiten „gerüstet“ haben die Mitarbeiter eine faszinierende Entwicklung ihres Standorts gemeistert und mitgestaltet – von der Handfertigung von Mikroschaltern bis hin zur Herstellung hochautomatisierter Elektronikkomponenten und mechatronischer Systeme.

Dass die Mitarbeiter bei ZF ihren Job gerne und ausgesprochen gut tun, beweist folgende Tatsache: Mit der Anzahl der neuen Ideen pro Mitarbeiter sind sie im Konzern führend und auch in der Gesamtbranche im oberen Segment angesiedelt.

Und eine jährliche Produktivitätssteigerung um sechs bis sieben Prozent, wie sie das Auerbacher Werk verzeichnet, wäre ohne dieses System der Eigenverantwortung und der stetigen Qualifizierungen kaum möglich. „Sie ist letztlich notwendig, um im Wettbewerb erfolgreich zu sein“, bringt Produktionsleiter Heribert Hammerl Sinn und Zweck auf den Punkt.