"Ehrenamt mit Füßen getreten"
Briefe an die Redaktion

Zum - nicht unstrittigen - Führungswechsel bei den Nordoberpfälzer Musikfreunden (NT vom 15./16. November) schreibt der zurückgetretene langjährige Vorsitzende:

Demokratie ist gleichbedeutend mit freier Meinungsäußerung. Dies hat bei der Neuwahl nicht stattgefunden. So konnte ich den Anwesenden nicht erklären, warum ich zurückgetreten bin. Erst später hätte eine Stellungnahme keinen Sinn mehr gehabt. Sicherlich wäre dann die Wahl nicht so reibungslos vonstatten gegangen. Mein Rücktritt, der Grund hierzu: In der ersten Sitzung meiner neugewählten Vorstandschaft ist nach Arbeitsvergabe die Organisationleiterin zurückgetreten, weil ihr das Führen der Musikantenliste bei großen Ereignissen zu viel Arbeit war.

Anschließend erhob der Kassier (Notvorstand und Ehemann) das Wort und meinte, die Satzung des Vereins gebe auch her, dass nicht nur der 1. und 2. Vorsitzende alleine vertretungsberechtigt sind, sondern auch Kassier, Schriftführerin, ja selbst einige Beisitzer erkannten das gleiche Recht und drohten mit Rücktritt, falls ich mich ihrem Ansinnen nicht beuge. So waren mir zu Beginn in vielen Dingen die Hände gebunden. Ich wollte die zwei Jahre der Wahlperiode durchhalten. Diese Machtspiele haben dem Kassier und den anderen so gut gefallen, dass sie dies jetzt sogar per Satzungsänderung so festschreiben wollen! Jedem 1. Vorsitzenden dürften sich die Haare aufstellen, wenn auf einmal Kassier und Schriftführer mit anschaffen wollen. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat jedoch der Moderator, in seiner Funktion als Beisitzer. Er meinte, er habe das Recht in der geplanten Rauhnacht (von mir wieder ins Leben gerufen und geplant) zu moderieren. Obwohl in der letzten Vorstandssitzung einstimmig anders beschlossen, sollte Horst Maschke besinnliche Wortbeiträge einbringen und der 1. Vorsitzende durchs Programm führen. Zu erwähnen sei hier, dass der Moderator meist zu den Sitzungen mit Abwesenheit glänzte und sich so ein Eigentor geschossen hätte.

Nachdem ich den Ausgang schon kannte, habe ich meinen Rücktritt erklärt und nicht den Verein, sondern "die verbliebene meuternde Vorstandschaft" im Stich gelassen. Hier stimmt auch der Satz der in der Versammlung fiel: Ich habe die Segel gestrichen. Ein wenig Vereinsbiografie muss noch sein: 2003 habe ich den Verein nach etlichen Auflösungsversuchen als 1. Vorsitzender übernommen. Ich habe seither immer draufgezahlt (mehrere 100 Euro), habe meine Zeche meist aus eigener Tasche bezahlt, den Verein mit Spenden unterstützt, wo es nur ging, und muss mir jetzt von einem Notvorstand (Kassier) diese 105 Euro öffentlich vorhalten lassen. Dazu habe ich nur eines zu sagen: Hier wurde das Ehrenamt mit Füßen getreten: Pfui!!

Michl Duschner Weiden

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