Ehrlicher Klimaschutz statt Geldmacherei
Leserbrief

Zu "Kaum Chancen für Bürger-Windräder" von 31. Januar:

Wozu sind Landschaftsschutzgebiete da? Um Landschaft zu schützen, auch gegenüber dem Ansinnen, in diesem Gebiet schutzwidrige Industriebauten zu errichten, wie es riesige Windkraftanlagen sind. Angesichts mancher fadenscheiniger Gründe, schnell mal Flächen aus einem solchen schutzwürdigen Gebiet herauszuholen, ist es Bürgermeister Günter Stich und seiner Gemeinderatsmehrheit hoch anzurechnen, die normale Funktion eines Landschaftsschutzgebietes durchgesetzt zu haben, zugunsten der Erhaltung von Wald und Flur, frei von Horizontverschmutzung.

Diese zukunftsgerichtete Haltung ist nicht überall Stand der Dinge, wie beispielsweise in meinem Heimatlandkreis Tirschenreuth. Was bleibt noch von einer SPD, die sich einmal der Arbeiterschaft, dem Normalbürger, verpflichtet fühlte, wenn der Reibach für wenige Investoren zulasten des stromzahlenden Volks wichtiger ist als der gemeine Mieter, der sich nicht mal eben eine Photovoltaik-Anlage aufs fremde Dach montieren kann? Der Schmu mit den Bürgerwindanlagen, der meist nur finanzpotente Anleger begünstigt, ist dabei für diese Partei die reine Augenwischerei.

Und dann noch gegen die 10-H-Abstandsregelung zu klagen, stellt den totalen Widersinn dieser Partei dar. Warum setzen sich die Sozialdemokraten nicht ein für die alternative Stromerzeugung durch die Parabolrinnentechnik (Solarthermie), die speicherbaren Strom im großen Stil herstellen kann, und bei der auch Arbeitsplätze (Glasröhren und Parabolspiegel) in der nördlichen und südöstlichen Oberpfalz gesichert und ausgebaut werden könnten?

Die Aufrufe von Bürgern an die SPD mit der Aufforderung, am Windkraftvorhaben festzuhalten, gibt es auch in anderen Gemeinden. Sie stammen meist von jenen, die sich durch Grundstücksverpachtung etc. für Windkraftanlagen einen satten Batzen Geld im Jahresrhythmus ausrechnen. Die wenigen ehrlichen Klimaschützer wissen längst, dass der Zappelstrom aus Windkraft die Klimabilanz nicht verbessert. Das Buch "Der grüne Blackout" kann hier aufklären.

Als Anrainer zu einem Windkraftmonster, Abstand 500 Meter nahe Ellenfeld, hoffe ich, dass sich auch in unserer Stadt mittlerweile eine Ratsmehrheit gegen weitere solche heimatzerstörende Ungetüme gebildet hat und wir nicht noch mehr lärmgeplagt werden. Natürlich sind wir froh, dass sich unser "geliebtes Windrad" seit Wochen trotz Wind nicht dreht, warum auch immer. Gedämpft wäre diese Freude jedoch, wenn auch dieser stehende Dreizack die Subventionen für die Investoren weiter fließen lassen würde, wie es bei Abschaltung wegen Stromüberfluss der Fall ist.

Maximilian SchnurrerAhornberg 1495671 Bärnau

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