Ein geschmeidiger Gleiter

Der Legacy ist Geschichte, jetzt kommt bei Subaru der Levorg. Er wirkt kompakter als sein Vorgänger, soll einen dynamischeren Auftritt hinlegen und wird von den Japanern als "Sportstourer" bezeichnet.

Darunter kann man sich in etwa einen Kombi im Format der unteren Mittelklasse mit Allradantrieb und Boxermotor vorstellen. In drei Ausstattungslinien steht der Subaru zu Preisen ab 28 900 Euro bei den Händlern. Er wird nur mit einer Motorisierung angeboten: Der 1,6 Liter große Benziner leistet 170 PS und ist das erste Subaru-Aggregat mit Turbo-Direkteinspritzung und Start-Stopp-Automatik. Gekoppelt ist er mit einer stufenlosen Automatik, die bei den Allrad-Spezialisten "Lineartronic" heißt.

Auch dank seines vergleichsweise geringen Gewichts von knapp über 1,5 Tonnen liefert der Levorg absolut zufriedenstellende Fahrleistungen. 100 km/h sind nach 8,9 Sekunden erreicht, bei 210 km/h ist Schluss. Wegen des CVT-Getriebes geht der Beschleunigungsvorgang zwar recht flott, aber mit recht hohen Drehzahlen über die Bühne.

Laufen lassen

Man gewöhnt es sich nach kurzer Bekanntschaft mit dem Levorg schnell ab, ständig per Gasfuß viel Leistung abzufordern. "Laufen lassen" ist die Devise, dann zeigt der Sportstourer seine akustisch angenehmere Seite: Als geschmeidiger, zügiger Gleiter zieht er seine Bahn, im Innenraum ist es leise, das Boxer-Aggregat verursacht kaum Vibrationen. So kann man es gut auch auf längeren Strecken aushalten.

Benziner, Turbo, Allradantrieb: So richtig sparsam kann diese Kombination nicht sein. Das zeigt sich auch beim neuen Subaru, bei dem ein Normverbrauch von 7,1 Litern ermittelt wurde. Bei den nicht allzu rasanten Testfahrten kommt er aber laut Bordcomputer auf exakt zehn Liter.

Hier drängt sich die Frage nach dem deutlich sparsameren Selbstzünder-Boxer auf. Die allerdings beantwortet Subaru Europa-Sprecher David Dello Stritto abschlägig: "Es gibt im Moment keine Pläne für einen Diesel."

Ein optischer Blender ist der Levorg nicht. Beim Design dominieren die typischen Subaru-Linien und eine Portion Ernsthaftigkeit. Die große Hutze mitten auf der Motorhaube irritiert erst einmal. Aber schließlich trägt der Neue die Gene des Sportlers WRX in sich - das zeigt Subaru mit diesem Lufteinlass, der "den sportlichen Charakter und die Leistungsfähigkeit des darunterliegenden Turbomotors unterstreicht", so der Hersteller. Einen ähnlichen Zweck erfüllen auch der Heckspoiler und der Diffusor - ganz nebenbei erhöhen sie natürlich auch noch den Anpressdruck bei hohem Tempo. Einen Tick optische Dynamik bringt die nach hinten abfallende Dachlinie ins Spiel.

Der Levorg ist im praktischen Umgang ein sympathischer, unkomplizierter Zeitgenosse. Große Türen, gut konturierte Vordersitze, viel Platz für bis zu fünf Insassen plus deren gerne auch größeres Gepäck, einfache Bedienung, anständige Materialien und Verarbeitung: Das vermittelt schon vom ersten Moment des Kennenlernens an Vertrauen. Das Fahrwerk ist eher weich abgestimmt und passt damit zur Charakteristik von Motor und Automatik. Die Lenkung bietet auch in flink gefahrenen Kurven eine gute Rückmeldung.

Sieben Airbags und ein radarbasierter Totwinkel- und Querverkehrs-Assistent und ein Fernlicht-Assistent sollen ab der Ausstattungsstufe Comfort für ein Plus an Sicherheit sorgen. Über Touchscreen können Fahrer und Beifahrer zum Beispiel Infos über das Wetter oder die neuesten Nachrichten abrufen, das Smartphone wird per USB oder Bluetooth gekoppelt.

Und ganz zum Schluss auch noch die Auflösung des Namensrätsels: Levorg setzt sich "aus Elementen von LE gacy, reVO lution und touR inG zusammen". Da muss man erst mal draufkommen. (mid)
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.