Ein Leben fast wie Camping

Jede Menge Land, seltsam aussehende Tiere und nur wenige Menschen. So war das Leben vor rund 14 000 Jahren. In der Eiszeit lebten im heutigen Deutschland nur wenige Leute. Sie waren schon geschickte Jäger.

Nanu, was kommt denn da zum Vorschein? Ein Schädel. Und noch einer! Vor rund 100 Jahren machten Arbeiter eine spannende Entdeckung. Sie waren gerade dabei, in einem Steinbruch zu graben.

Dieser ist ganz in der Nähe der Stadt Bonn. Sie liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Da entdeckten die Arbeiter beim Graben plötzlich Menschen-Knochen in der Erde.

Es waren die Überreste von zwei Menschen aus der Eiszeit. Sie lebten vor sehr langer Zeit, vor rund 14 000 Jahren. Der Fund ist bis heute eine echte Sensation. Denn solche Überreste finden sich nur sehr selten. Deshalb wurden die Knochen von den Forschern auch ganz genau untersucht: Es sind ein Eiszeit-Mann und eine Eiszeit-Frau.

Kräftiger Kerl

Die Forscher wissen, wie groß die beiden waren. Und sie wissen sogar, wie viel die beiden gewogen haben. "Der Mann war 1,66 Meter groß und hat 72 Kilogramm gewogen. Er war ein kräftiger Kerl mit starken Muskeln", sagt die Expertin Liane Giemsch. Sie arbeitet in einem Museum in der Stadt Bonn. Dort gibt es gerade eine große Ausstellung zu den Eiszeit-Menschen.

Die Knochen verrieten den Forschern aber noch viel mehr: Zum Beispiel, was die Menschen damals so gegessen haben. Das fanden die Forscher mit speziellen Tests heraus. Dazu suchten sie in den Knochen nach bestimmten Stoffen. Diese Stoffe nehmen wir jeden Tag beispielsweise über unsere Nahrung auf. "Die Menschen haben damals sehr viel Fleisch gegessen", verrät die Expertin. Aber nicht nur. Es gab auch Fisch, Karotten, Pilze, Beeren und Äpfel.

Einen Kühlschrank hatten der Mann und die Frau damals natürlich noch nicht. Es gab auch keinen Supermarkt. Die Menschen mussten für ihr Essen auf die Jagd gehen. Zum Beispiel nach Elchen oder Wildpferden. "Sie mussten deshalb sehr mobil sein. Das bedeutet, sie zogen mit ihren Zelten immer von einem Ort zum anderen", erklärt die Expertin. Immer dorthin, wo es genügend Nahrung gab.

Jede Menge Freizeit

Die Leute arbeiteten nur etwa drei bis vier Stunden am Tag. In dieser Zeit gingen sie zum Beispiel auf die Jagd. Denn ausreichend Nahrung zu haben, war damals die wichtigste Aufgabe. Der Rest des Tages war sozusagen Freizeit. Dann schnitzten die Menschen Kunstwerke, stellten Birkenpech oder Waffen her. Oder die Eiszeit-Jäger bearbeiteten bestimmte Steine. Die dienten als Werkzeuge, zum Beispiel als Messer oder als eine Art Feuerzeug.
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