Ein Museum zieht um

Vielleicht hast du das auch schon erlebt: Ihr seid in eine neue Wohnung gezogen. Umzüge können ganz schön nervig sein. Denn man muss alles einpacken, herumschleppen und später auspacken. In der Stadt Köln zieht gerade ein ganzes Museum um!

Normalerweise stehen in Museen große Glaskästen. Besucher schlängeln sich durch Räume und schauen sich Ausstellungs-Stücke an. In diesem Museum ist das anders: Es gibt keine Glaskästen und keine Besucher - und auch keine Ausstellungs-Stücke. Stattdessen stehen Kisten herum und Männer in blauen Arbeits-Anzügen laufen durch die Gänge.

Das Museum in der Stadt Köln im Bundesland Nordrhein-Westfalen zieht gerade um. Das alte Museum steht in der Nähe eines Flusses. Hatte dieser ab und zu Hochwasser, wurden auch mal Teile des Museums überschwemmt. Nun bekam das Museum ein neues Zuhause. Weit weg vom Fluss.

"Über ein Jahr wird der Umzug noch dauern. Tausende Stücke müssen noch eingepackt und transportiert werden", sagt Kristina Hopp. Sie ist Restauratorin und sorgt dafür, dass die Stücke nicht kaputtgehen, sondern schön erhalten bleiben. So wie zum Beispiel eine kleine Tierfigur. Sie stammt wohl aus einem Land in Südost-Asien. Experten vermuten, dass die Figur früher ein Spielzeug war. Für sie beginnt der Umzug: Mit besonderen Handschuhen nimmt die Restauratorin die Figur aus dem Regal und legt sie vorsichtig in eine Umzugs-Kiste mit anderen Objekten.

Ein Stockwerk darunter warten schon die anderen Museums-Leute. Sie haben eine Pack-Straße mit verschiedenen Stationen aufgebaut. Jedes Museums-Stück muss durch diese Pack-Straße: Zuerst wird geschaut, ob die Figur noch ihre Nummer hat. Jedes Stück im Museum bekommt nämlich eine eigene Nummer. Sie ist eine Art Ausweis. Durch die Nummer wissen die Experten, woher das Stück stammt oder wie alt es ist. Glück gehabt! Die Figur hat ihre Nummer noch, sie ist auf der Unterseite winzig aufgemalt: 29 704 . Nun wird die Tierfigur von allen Seiten mit einem Lineal vermessen.

Außerdem schauen die Fachleute mit einer Lupe, ob das Objekt Schäden hat, die repariert werden müssen. Anschließend geht es auf die Waage. Das Tierchen wiegt genau 236 Gramm. Die ganzen Daten werden in eine Datenbank im Computer eingegeben. So können die Fachleute in Zukunft blitzschnell alles Mögliche über ein Museums-Stück herausfinden.

Auf geht's zur nächsten Station: An einem Tisch gegenüber liegen kleine Bändchen. An jedem hängt ein weißes Schildchen. Darauf steht zum Beispiel "Tier" und ein Zeichenmuster aus schwarzen Strichen ist zu sehen. Bevor die Stücke auf die Reise ins neue Museum gehen, wird dieser Code eingescannt. Kommen die Stücke später im neuen Museum an, prüft man sie ein weiteres Mal. So können die Fachleute schauen, ob auch wirklich alle Stücke umgezogen sind. An der nächsten Station wird die Tierfigur noch fotografiert. Die Fotos kommen ebenfalls in die Datenbank. Nun hat es das Tierchen fast geschafft!

An der letzten Station bekommt die Figur eine Art Bett in einem besonderen Schaumstoff. Zuerst werden die Umrisse der Figur auf den Schaumstoff gemalt, dann wird die Form mit einem Messer ausgeschnitten. In diesem Bett wird das Tierchen nicht nur transportiert. Es wird darin auch in Zukunft gelagert. Geschafft! Zusammen mit anderen Stücken kommt das Tierchen zurück in die Kiste. Schon bald wird es im neuen Museum ankommen. (dpa)
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