"Ein Zentrum ohne Schule - undenkbar"
Brief an die Redaktion

Der Elternbeirat hat noch einmal alle Argumente für die Gerhardinger-Grundschule gesammelt:

Da im Juni eine weitreichende Entscheidung zum Thema Schulschließung in Weiden getroffen werden soll, möchten wir hiermit nochmal den dringenden Bedarf des Fortbestands der Gerhardinger-Grundschule erörtern. Der Elternbeirat ist einhellig der Meinung, dass es gerade aus grundsätzlichen städtebaulichen Erwägungen immens wichtig ist, eine "Schule im Herzen Weidens" zu erhalten. Sie dient der Stabilisierung des gesamten Umfeldes. Ziel ist es doch, überall die Menschen wieder verstärkt in die Zentren der Städte zu bringen (z. B. auch durch Neubau von Wohnanlagen), um diese wiederzubeleben, zu erhalten und zu fördern.

Gleiches gilt für ein Zentrum wie die Gerhardinger-Grundschule, die einzige gebundene Ganztagsschule in Weiden, die Kindergärten St. Josef und St. Michael, den Kinderhort St. Anton, die VHS, die Musikschule, die Pfarrkirche St. Josef, die Hausaufgabenbetreuung Arbeitskreis Asyl, das Maria-Seltmann-Haus, das Altenheim Kursana und das Klinikum.

Weiterhin sprechen folgende Punkte für einen Fortbestand unserer Schule:

Es gibt seit Jahren nur an der Gerhardinger-Grundschule eine Kooperationsklasse, in welcher Schüler mit Lernbehinderungen oder sozial-emotionalen Behinderungen optimal gefördert werden.

Die Schule besitzt Inklusionsklassen, in denen Schüler mit Behinderungen und Schulbegleitung zusammen mit nicht behinderten Kindern unterrichtet werden können.

Unsere Schule ist die einzige Schule in Weiden, in welcher islamische Religion und Sprachen wie Russisch und Türkisch, was auch Kinder aus anderen Schulen in unsere bringt, unterrichtet werden.

Die Schule verfügt über eine große, neu gebaute Küche mit einem angrenzenden Speisesaal für 70 Kinder.

Im Zuge der Sanierung wurde ein großer Turnraum (Aula), der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann, angebaut. Dank dieses Turnraumes werden die Erstklässler nicht mehr zu anderen Schulen zum Turnunterricht gebracht. Für die Klassen 2 bis 4 wird der Raum jeweils für die 3. Sportstunde wöchentlich genutzt.

In der Schule gibt es zwei große Gruppen zur Mittagsbetreuung.

Unsere Schule besuchen Kinder aus über 25 verschiedenen Nationen, welche die unmittelbare Nähe zum AK Asyl nutzen.

Seit Februar 2014 ist an der Schule eine staatlich geförderte Jugendsozialarbeiterin beschäftigt.

Durch die Nähe zum Frauenhaus ist die Möglichkeit geboten, dass betroffene Kinder die Schule überbrückend besuchen und viele Mütter sich auch schon entschlossen haben, nach Lösung der Probleme zu bleiben.

Ein Großteil der bisherigen Energiekosten der Schule kann mit der neu angelegten Solaranlage auf dem Dach der Schule gedeckt werden.

Des Weiteren steht das Schulgebäude unter "Ensemble-Schutz". Durch den neu gebauten Aufzug können auch Personen mit Gehbehinderungen die Schule barrierefrei betreten.

Die Schule wurde mit einem erheblichen finanziellen Aufwand in den letzten Jahren saniert. Sollte die Schließung der Schule angedacht werden, müssen die bereits für die Sanierung investierten staatlichen Fördergelder mit hoher Wahrscheinlichkeit anteilig zurückgezahlt werden.

Uns ist es sehr wichtig, dass die Entscheidungen im Konsens mit Lehrern, Eltern, Schülern, aber auch mit den Bürgern getroffen werden. Es darf nicht allein ein kurzfristiger, vordergründiger finanzieller Aspekt entscheidend sein.

Elternbeirat derGerhardinger-Grundschule,Vorsitzende Sabine Lotzmann,zweite Vorsitzende Silke Klotz

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