Eindeutiges Testament verfassen
Streit vermeiden

Bei Geld hört die Freundschaft auf, sagt der Volksmund. Und Geld macht auch vor der Verwandtschaft nicht Halt: Der Streit ums Erbe hat schon manche Familie zerrüttet. Eine entscheidende Ursache sind unausgesprochene Konflikte unter den Angehörigen. Hinzu kommt häufig ein Testament, das offen lässt, wie der Nachlass genau verteilt werden soll.

Solche Konflikt in einer Art Familienrat lösen zu wollen, ist zwar ein ehrenwertes Vorhaben - aber oft zum Scheitern verurteilt, wie Anton Steiner, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht (DFE) in München, weiß. "Vieles hat sich über Jahre aufgestaut, da wird es schwer ohne professionelle Hilfe." Je älter die Menschen seien, umso weniger könnten sie die Probleme aufarbeiten. Besser ist ein gutes Testament.

Allerdings: Viele Testamente sind nicht eindeutig. Grundsätzlich legt der Erblasser erst einmal eine Quote fest, nach der sein Nachlass unter den Erben aufgeteilt wird, erklärt Hubertus Rohlfing, Experte für Erbrecht beim Deutschen Anwaltverein (DAV). Dann kann er zusätzlich einzelne Gegenstände verteilen. "Aber das ist immer der zweite Schritt." Weil die Quote und die Aufteilung der Gegenstände zueinander passen müssten, gebe es Streitpotenzial. Eine Lösung: Der Erblasser setzt eine Person als Alleinerben ein, die anderen werden durch Vermächtnisse bedacht. "Die Tochter bekommt zum Beispiel die Ferienwohnung", sagt Rohlfing. Der Alleinerbe hat die Pflicht, die Vermächtnisse zu erfüllen. Um Streit zu vermeiden, könne der Erblasser einen Testamentsvollstrecker ernennen, der die Erfüllung der Vermächtnisse vornimmt.

"Das kann ein Verwandter oder der Steuerberater sein - auf jeden Fall eine neutrale Person." Natürlich sei es sinnvoll, vor dem Aufsetzen des Testaments zu sondieren, wer einmal was bekommen könnte, sagt Anton Steiner. Um die ganze Angelegenheit etwas versöhnlicher zu gestalten, können die Eltern zusätzlich einen Erbenbrief schreiben. "Darin wird erläutert, warum die Besitztümer so oder so verteilt wurden", erklärt Anton Steiner. (dpa)
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