Eine Feuerwehr, fünf Vereine
Briefe an die Redaktion

Zur Zusammenarbeit der Feuerwehren in der Gemeinde Georgenberg:

Als langjähriges aktives Mitglied möchte ich die Zukunft der Feuerwehren in unserer Gemeinde Georgenberg betrachten. Dem Brandschutz in der Gemeinde unterstützen derzeit personell und auch eigenständig die fünf Feuerwehren Brünst, Georgenberg, Neudorf, Neuenhammer und Waldkirch.

Jede dieser Wehren hat - außer seit Kurzem Georgenberg - ein Feuerlöschfahrzeug. Die Mindesteinsatzstärke wird bei Tageseinsätzen von fast jeder Feuerwehr mehr als zulässig unterschritten. So kann es vorkommen, dass eine Feuerwehr nur mit zwei bis drei Einsatzkräften zum Einsatzort abrücken kann. Es wäre auch möglich, dass keiner Einsatzkraft vor Ort ist.

Laut Aussage des Bürgermeisters fallen für die fünf Feuerwehren ein jährlicher Unterhaltungsaufwand von rund 45 000 Euro an. Somit ist die Einsatzfähigkeit sehr gering, aber die Unterhaltungskosten sehr hoch. Aus der Bevölkerung höre ich des Öfteren, auf so einen Brandschutz kann man sich zu guter Letzt einfach nicht wirkungsvoll verlassen. Deswegen meine ich und auch sehr viele Bürger aus unserer Gemeinde, dass eine aktive Feuerwehrgruppe, die von allen Feuerwehrkameraden unterstützt wird, genügt.

Wenn diese Umstellung abgeschlossen wäre, könnte ein neues wasserführendes Löschfahrzeug (beispielsweise LF 10), dessen Stützpunkt beim Georgenberger Rathaus sein sollte, angeschafft werden. Die personelle Unterstützung sollte von den bisherigen Feuerwehren erfolgen. Dadurch könnte die Wirksamkeit erheblich erhöht und die Unterhaltkosten gesenkt werden. Vorgenannte aktive Feuerwehrgruppen der Gemeinde Georgenberg sollte dann nur noch von zwei Kommandanten geführt werden, alle anderen Führungskräfte wären dann Zug- oder Gruppenführer dieser Einheit.

Alle bisher bestehenden Feuerwehrvereine sollen und müssen bleiben, denn die Vereine sind der Zusammenhaltungsfaktor in den Ortsteilen. Die Gemeinde sollte in Zukunft die Zusammenarbeit auch etwas überwachen, fördern und einfordern. Solange dies nicht richtig funktioniert, sollte hier mit einem Investitionsstopp geantwortet werden.

Keine Angst, auch mit dem derzeit fehlenden Fahrzeug ist der Brandschutz in der Gemeinde gesichert. Bis das neue Löschfahrzeug angeschafft ist, sollte der Standortstützpunkt Brünst sein. Somit würden hier alle Aktiven, wie Kraftfahrer der Klasse 2 (alt), die Atemschutzträger sowie das weitere Lösch- und Hilfspersonal von diesem Stützpunkt zum Einsatzort ausrücken, ganz besonders bei Tageseinsätzen.

Wenn sich alle Einsatzeinheiten auf ein Fahrzeug konzentrieren, ist auch gewährleistet, dass mit einer Mindesteinsatzstärke der Einsatzort angefahren werden kann. Grundsätzlich sollte die weitere Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Stützpunkt erste Priorität haben. Dies könnte mit der Jugendarbeit und -ausbildung beginnen sowie mit Übungen, der Aus- und Fortbildung enden. Ausgelagert in die bisherigen Feuerwehreinheiten könnte folgende Dinge sein: Ausbildungsstelle, Personenbeförderungsdienst, bei einem abgelegenen Dorf ein bisher schon bestehendes Tragkraftspritzenfahrzeug sowie an einem Ort ein Mehrzweckfahrzeug für die Ölspurbeseitigung und den Straßenhilfsdienst.

Somit wäre mit vorgenannter Vorstellung den vielseitigen Bürgerwünschen gedient. Denn sie sagen: "Wir brauchen doch nur eine Feuerwehr, aber dann eine leistungsfähige." Die Umstellungsphase dauert bestimmt fünf bis zehn Jahre. Ich kann nur hoffen, dass so eine Umstrukturierung verwirklicht wird.

Rupert Herrmann, Georgenberg

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