Eine kranke Stadt?
Briefe an die Redaktion

Zu den jüngsten Entwicklungen um das Einkaufszentrum "Stadtgalerie":

Erst vor circa zwei Wochen forderte OB Seggewiß die Weidener auf, keine Vorschläge mehr für die neue Stadt-Galerie zu machen: "Der Investor Fondara soll in Ruhe seine Planungen machen können!" Jetzt muss das Kinoprojekt weggelassen werden. Der Fondara-Chef wünscht sich eine Lösung: "Die Weidener müssen diskutieren, was sie haben wollen!"

Ein Gestaltungs-Wettbewerb wird nichts bringen. Nur ein regelrechter Architekten-Wettbewerb kann die Lösung bringen! Es fällt jedenfalls auf, dass seit Jahren Abbrucharbeiten vergeben und durchgeführt werden, bevor es überhaupt zu richtigen Planungen kommt.

Kranke Städte werden überall von Investoren gemieden. Man kann den Eindruck haben, dass sich Fondara notwendigerweise langsam, aber erkennbar aus der Verantwortung befreien will.

Dipl.-Ing. (Univ.) ArchitektDieter Böhm, Weiden

Stirb langsam

Mir fällt da der Name des Films ein: "Stirb langsam". Es kann doch nicht wahr sein. Wieder ein Störfeuer. Was kommt denn noch. Kein Kino? Nicht diese Höhe, nicht dieser Lärm. Ja, dann begraben wir doch das alles. Weiden kommt auch ohne aus, oder?

Irgendwann leben in Weiden nur noch, bei allem Respekt, Alte. Für die Jüngeren gibt es fast gar nichts Kulturelles. Sie fahren sowieso nach Nürnberg, Regensburg und noch weiter weg. Denken die Verhinderer an dies? Meine erwachsenen Söhne sagten mir: "Papa; Weiden stirbt langsam, aber sicher." Diese Meinung hören sie jeden Tag von ihren Freunden/Bekannten.

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Natürlich müssen Bauvorschriften eingehalten werden. Ich hoffe, es kommt eine Lösung, die für die meisten zufriedenstellend ist. Wenn noch etwas passiert, dann gute Nacht, Weiden. Um 18 Uhr schließen viele Geschäfte, dann Türen zu, Lichter aus und den Tag beenden. Vielleicht ist das der Wunsch.

Mir wird schlecht, wenn ich mir ausmale, was noch alles passieren kann und wird in Bezug auf die geplante Stadtgalerie. Mir tut der Investor leid, aber auch die Menschen, die dieses Kino wollten, und die Stadt Weiden.

Wolfgang Göldner, Weiden

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