Eine Straße wird sozial

Ob Dorf oder Stadt: Viele Leute wissen nicht so viel über die Menschen in ihrer Nachbarschaft. Geht es dir auch so? Eigentlich schade!

Das dachte sich auch ein Mann aus Bologna. Das ist eine Stadt im Norden von Italien.

Gute Idee

Auch Federico Bastiani kannte seine Nachbarn nicht. Und seine Kinder hatten niemanden aus der Nachbarschaft zum Spielen. "Das kann doch nicht wahr sein!", ärgerte Federico Bastiani sich. "Ich wollte einfach nicht mehr so leben", sagt er. Also gründete er für die Straße eine Gruppe im Internet und verteilte Flugblätter. Schon in den ersten Tagen meldeten sich über 20 Leute.

Die Menschen aus der Nachbarschaft können sich jetzt besser kennenlernen und sich im Alltag helfen. Viele von Federicos Nachbarn in der Via Fondazza fanden die Idee toll und schlossen sich an.

In der Via Fondazza ist einiges los: Wer möchte, kann sich beim Gemüsehändler nebenan ein Fahrrad ausleihen. Es gibt oft Feste, Abendessen, Fotowettbewerbe. Sogar eine Veranstaltung, wo die älteren Bewohner der Stadt den jüngeren erzählen, wie es während des Zweiten Weltkriegs in der Via Fondazza war, steht auf dem Programm. Alles ist umsonst. Nachbarn, die kein Facebook haben, werden persönlich eingeladen. Federico Bastiani möchte, dass die Menschen sich vermischen. "Sie sollen wieder einander um Hilfe bitten können", sagt Nachbar Luigi Nardacchione, der sich mit um die Seite kümmert. "Heutzutage wird um Hilfe bitten als schwach angesehen." "Wir helfen jederzeit, etwa, wenn etwas Schweres transportiert oder repariert werden muss", erzählt ein Mitglied.

Bänke aufgestellt

Federico Bastiani zeigt auf einen kleinen Platz . "Früher gab es dort einen Brunnen, Bäume und eine Bank." Hier trafen sich die Nachbarn und erzählten sich gegenseitig. Nun sind viele Treffpunkte zu Parkplätzen geworden. Bänke, Bäume und Brunnen gibt es nicht mehr. Die Nachbarn grüßen sich nur noch kurz. Weil sie das störte, haben Federico Bastiani und Luigi Nardacchione eben selbst ein paar Bäume und eine Bank mitten auf den Platz gestellt. "Das ist unser Büro", sagt Bastiani und lacht.

Mittlerweile gibt es solche Projekte auch in anderen Ländern. Sie nennen sich "Social Street". Das ist Englisch und bedeutet "Soziale Straße". (dpa)

Weitere Infos gibt es im Internet:www.socialstreet.it/international/deutsch
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