Einmal Busch und einmal Bäng

Blöde Kommentare und anderes: Manchmal gibt es einen guten Grund, so richtig wütend zu werden. Doch wie soll man sich da am besten verhalten? Alles kurz und klein schlagen?

Manche Leute sagen, das macht Spaß. Fachleute dagegen warnen: Zerstören ist nie gut, auch wenn die Wut noch so groß ist.

Kennt ihr das Gefühl? So wütend zu sein, dass man am liebsten laut schreien würde? Jemand hat einen geärgert oder eine Sache klappt nicht so, wie man sich das vorstellt. In München gibt es jetzt ein besonderes Angebot für Leute, die richtig sauer sind. Sie können dort Wuträume benutzen.

Mit alten Möbeln

Hartmut Mersch bietet diese Wuträume an. Er hat zwei davon. Dafür holt er sich alte Möbel, die keiner mehr haben will, und stellt sie dort hinein. Einen Raum richtet er wie ein Wohnzimmer ein. Der andere sieht aus wie ein Büro.

Seine Kunden bezahlen dafür, dass sie alles kurz und klein schlagen dürfen. Sie bekommen einen Schutzanzug für ihre Kleidung, eine Schutzbrille und eine Kappe. Zum Zuschlagen gibt es einen schweren Hammer und dicke Knüppel aus Metall.

Dann geht es los. Es fühlt sich seltsam an, deshalb erst vorsichtig anfangen. Bäng! Zwei Tassen zersplittern. Bäng! Die Tasten der Computer-Tastatur fliegen durch die Luft. Nach ein paar Versuchen geht es leichter, auch wenn der Schläger ziemlich schwer ist.

Wieder ein Schlag. Bäng! Die Schreibtischplatte kracht zusammen. Bäng! Jetzt bricht das Regal. Bald ist der Boden übersät mit Splittern, Scherben, zerborstenem Holz und Plastikteilen. Man selbst ist außer Atem. Denn auf Möbel einzudreschen, ist harte Arbeit. Gut nur, dass das Aufräumen später Hartmut Mersch und seine Helfer erledigen.

Komisches Gefühl

"Sie kommen auf jeden Fall mit einem lachenden Gesicht raus", meint Hartmut Mersch. Trotzdem fühlt es sich komisch an. Denn normalerweise zerstört man nichts, was noch in Ordnung ist.

Ein Experte findet es gut, wenn einem das schwerfällt. "Das sind Dinge, die andere Leute gebaut haben. Ich habe Respekt vor dem, was heile ist", sagt er. Bei manchen Leuten kann die Wut auch noch viel schlimmer werden, wenn sie sich hineinsteigern und wild auf Sachen einschlagen.

Noch etwas finden Fachleute gefährlich: Wer sich dabei gut fühlt, Dinge aus Spaß zu zerschlagen, der probiert es vielleicht auch mal im normalen Leben aus. Seine Wut herunterschlucken sollte man aber trotzdem nicht. Lieber überlegen, warum man wütend ist, rät der Experte. Und man sollte versuchen, dem anderen deutlich zu machen, wie es einem geht. (dpa)
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