Erkältung oder Grippe?
Wie man erkennt, ob man wirklich krank ist

Fieber messen gehört dazu: Wer starke Erkältungssymptome hat, sollte seine Temperatur im Auge behalten. Wenn sie bei 39 oder 40 Grad liegt, ist es wahrscheinlich eine "echte" Grippe. Dann heißt es: Bettruhe, abwarten und Tee trinken. Bild: dpa

Kopf- und Gliederschmerzen, Halsweh und Fieber: Viele plagen sich derzeit mit diesen Symptomen. Der Frühling scheint nah, doch die Grippewelle lässt nicht nach. Aber wie kann man eine Grippe eigentlich von einer Erkältung unterscheiden?

Berlin. Die Grippewelle ist in Deutschland weiter in vollem Gange. In der zurückliegenden Kalenderwoche wurden 3081 bestätigte Influenza-Fälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt. Damit ist die Fallzahl einer Woche erstmals seit Jahresbeginn über die 3000er-Marke gestiegen. Seit Beginn der Saison Anfang Oktober wurden nach RKI-Angaben insgesamt 13 290 Grippefälle gemeldet. Der Verlauf sei bisher typisch, erklärte eine Sprecherin. Auch die Größenordnung sei im Vergleich zu anderen Jahren im Rahmen. In dieser Saison sei allerdings der Osten Deutschlands vergleichsweise stark betroffen. Die aktuelle Grippewelle trifft nach ersten Erkenntnissen zudem Menschen mittlerer Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren.

Fieber kommt schnell


Wer sich schon krank fühlt, fragt sich oft: Steckt eine echte Grippe oder bloß eine Erkältung dahinter? Infektiologe Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten erklärt den Unterschied:

Grippe: Eine echte Grippe wird durch Viren ausgelöst und beginnt meist plötzlich. "Normalerweise fühlt man sich am Morgen noch gesund und hat abends plötzlich 39 oder 40 Grad Fieber", erklärt Walger. Hinzu kommen Symptome wie Kopf-, Glieder- und Knochenschmerzen sowie Husten und Schnupfen. Betroffene fühlen sich sehr krank. Wichtig ist, reichlich zu trinken. "Bei Fieber kann der Körper schnell zusätzlich zwei Liter Flüssigkeit verlieren." Außerdem sollte man sich schonen und ruhig einige Tage im Bett verbringen. Außerdem können Betroffene zu fiebersenkenden Medikamenten und Schmerzmitteln greifen. Von Kombinations-Präparaten rät Walger allerdings ab: "Bei diesem Mix sind wichtige und unwichtige Einzelwirkstoffe drin, da ist eine richtige Dosierung unmöglich."

Erkältung: Eine Erkältung hat man in der Regel mehrfach im Jahr, auch sie ist eine Virusinfektion. Die Nase läuft, man hat Halsschmerzen, Kopfweh und vielleicht auch Gliederschmerzen. Die Symptome beginnen langsam und flauen nach ein paar Tagen wieder ab. "Eine Erkältung beeinträchtigt zwar die Befindlichkeit, aber man ist nicht schwer krank", sagt Walger. Meist haben Betroffene kein Fieber und müssen auch nicht zum Arzt.

Wann zum Arzt gehen?


Ältere Menschen sollten bei hohem Fieber eher früh zum Arzt gehen. Das gilt auch für Menschen mit einer Grunderkrankung wie Herz- oder Lungenkrankheiten. Eltern sollten auch mit kleinen Kindern bei Grippeverdacht einen Arzt aufsuchen. Wer nicht in eine dieser Gruppen fällt, aber eine typische Grippe mit deutlichem Krankheitsgefühl und zusätzlich Beschwerden wie Luftnot, Kreislaufstörungen oder Schwindel hat, sollte ebenfalls unbedingt zum Arzt gehen, wie Walger betont. Und auch, wer zunächst eine Erkältung oder weniger schwere Grippe hatte, dann aber nach drei bis vier Tagen einen neuen Schub bekommt, gehört laut Walger in ärztliche Behandlung.
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