Ermittler nennen zehn Verdachtsfälle
Familienvater als Serienmörder?

Der mutmaßliche Serienmörder Manfred S. auf einem vom hessischen Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden veröffentlichtes Foto aus den 1960er Jahren. Die Polizei bringt ihn mit mindestens sechs Morden in Verbindung. Hinzu kämen mindestens vier weitere Fälle, die Ähnlichkeiten aufwiesen. Der Verdächtige war 2014 gestorben. Bild: Polizei Hessen/dpa

War Manfred S. jahrzehntelang als Serienmörder unterwegs? Diese Frage können die Ermittler in Hessen noch nicht sicher beantworten. Zu dem Mann, der als "normaler Familienvater" gelebt haben soll, enthüllen sie grausige Details.

Wiesbaden. Mit dem mutmaßlichen Serienmörder aus Hessen bringt die Polizei jetzt bis zu zehn Mordfälle in Verbindung. Sechs Taten stünden mit dem 2014 verstorbenen Mann in engem Zusammenhang. Hinzu kämen vier weitere Fälle, die Ähnlichkeiten aufwiesen, erklärte die Polizei. Sie hält auch einen Mittäter für möglich: Speziell die Leichenteile, die in der Garage des Mannes in Schwalbach gefunden wurden, ließen "daran denken, dass hier möglicherweise zwei Täter ihre Fantasien ausgelebt haben", sagte Ermittler Frank Herrmann.

Manfred S. sei bis zu seinem Tod 2014 im Alter von 67 Jahren polizeilich nicht aufgefallen. Nach seinem Tod hatte seine Tochter beim Aufräumen die Leichenteile gefunden. Die Obduktion hatte ergeben, dass das Opfer Britta D. zu diesem Zeitpunkt bereits rund zehn Jahre lang tot war.Als ziemlich sicher gilt, dass der 67-jährige Rentner die Prostituierte tötete. Außerdem habe man auf dem Computer des Rentners zahllose gewaltpornografische Bilder gefunden, sagte die Präsidentin des hessischen Landeskriminalamtes (LKA), Sabine Thurau, am Donnerstag.

Die Darstellungen entsprächen teils "fast eins zu eins" den Verletzungen bei den mutmaßlichen Opfern. Dies gelte auch für zwei Morde an Prostituierten in den 90er Jahren in Frankfurt, erklärte Herrmann. Große Parallelen gebe es auch zu Bluttaten in den 70ern. Beide Opfer arbeiteten in einem Frankfurter Altenpflegeheim, in dem auch S. beschäftigt gewesen sein soll.

Organe entnommen


Über alle Taten hinweg gebe es die Gemeinsamkeit, dass den Opfern Organe entnommen oder Körperteile abgetrennt wurden, die der Täter mitgenommen habe. Diese wurden laut Herrmann in den meisten Fällen nach dem Tod zugefügt. Bei Britta D. sei aber möglich, dass die Frau noch gelebt habe. Die Fahnder brachten auch zwei Vermisstenfälle (1998 und 1999) ins Spiel. Außerdem passe der Fall des 1998 in Frankfurt-Höchst getöteten Tristan (13) ins Bild, obwohl es sich beim Opfer um einen Jungen handelte. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Verdachtsfälle hinzukommen.
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